© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Österreich
08/12/2021

Der pinke Dirigent will mehr Grün in Graz

Neos setzen bei der Gemeinderatswahl mit Dirigent Philipp Pointner auf politischen Quereinsteiger.

von Michael Pekovics

Von Berufs wegen dürfte Neos-Spitzenkandidat Philipp Pointner seinen Mitbewerbern einiges voraus haben. Zumindest  in einem Bereich – dem Zuhören.

Denn das gehört für den Dirigenten und politischen Quereinsteiger zum täglichen Geschäft, wie er im KURIER Talk anlässlich der Gemeinderatswahl erklärt.

Bei Pointner hört sich das so an: „Das ist so wie im Orchester – zuerst höre ich mir alles an, dann proben wir und bringen das beste Ergebnis heraus.“

Aber was heißt das für die anstehende Gemeinderatswahl?

Umgelegt auf seine politischen Ambitionen heißt das für den 26. September: Verdoppelung der Mandate, also von eins auf zwei. 2017 haben den Neos (3,94 Prozent) nur wenige Stimmen auf den zweiten Sitz im Gemeinderat gefehlt.

Sabine Reininghaus, die auf dem zweiten Platz kandidiert, ist derzeit pinke Einzelkämpferin. Auch in den 17 Bezirken gibt es derzeit nur zwei Neos-Vertreter. „Wir sammeln noch Unterstützungserklärungen, um überall antreten zu können“, ist Pointner optimistisch.

Dafür steht Neos in Graz

Leuchtturmprojekt der Pinken ist die Bildung. In Graz heißt die konkrete Forderung: Kostenlose Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag und Verkleinerung der Gruppen. „Außerdem müssen die Öffnungszeiten flexibler und das Angebot im Bereich der Tageseltern ausgebaut werden“, fordert Pointner eine Verlagerung der Budgetmittel: „Mehr Bildung, weniger Beton.“

Denn das „planlose Zubetonieren“ müsse sich ändern, etwa durch eine Stadtallee über die Herrengasse zum Hauptbahnhof – eine weitere Forderung der Neos. „Da müssen Bäume zwischen die Gleise und Bankerl zum Sitzen. Das wäre auch ein Anreiz, mehr in der Innenstadt einzukaufen.“

Der ÖVP-Idee einer U-Bahn für Graz kann der bekennende Radfahrer allerdings nichts abgewinnen. „Ein teures Prestigeprojekt, das die Feinstaubprobleme nicht löst“, plädiert Pointner für einen Ausbau der Straßenbahn über die Stadtgrenzen hinaus.

Apropos Grenzen: Politisch zieht Pointner diese klar rechts und links der Mitte, schließt also eine Koalition mit der KPÖ beziehungsweise der FPÖ aus. Zusammenarbeit in Sachfragen, die „gut für die Bürger sind“ sei natürlich möglich.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.