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Chronik Österreich
02/16/2021

Das mühsame Warten auf den Impftermin

Der Mangel an Impfstoffen macht eine exaktere Planung unmöglich. Für Menschen mit Behinderungen, die jetzt drankommen, steht vorläufig nur der Impfstoff von Astra Zeneca zur Verfügung.

von Josef Gebhard, Theresa Bittermann

Vor wenigen Monaten gab es noch viele, die sich nicht impfen lassen wollten. Mittlerweile sorgt es für Unmut, dass das Impfprogramm so schleppend vorangeht: "Für viele meiner Freunde und für mich, die wir alle über 70 sind, gibt es keine Informationen, wann wir mit einer Impfung rechnen können", schreibt eine verärgerte Leserin. Viele ähnliche Mails erreichten zuletzt die KURIER-Redaktion.

Es sind vor allem gesunde Menschen zwischen 65 und 80, die in keinem Pflegeheim wohnen, die langsam ungeduldig werden. Zwar können auch sie sich längst schon für die Impfung vormerken, konkrete Termine sind aber nicht in Sicht.

Fix ist: Falls der Impfplan des Gesundheitsministeriums hält, kommt diese Gruppe frühestens Mitte März an die Reihe. Wobei ein sehr großes Zeitfenster vorgesehen ist, das bis ans Ende des zweiten Quartals reicht (siehe Grafik).

Warum noch keine exaktere Planung möglich ist: Nach wie vor steht viel zu wenig Impfstoff zur Verfügung, wie man auf Bundes- wie auf Landesebene unisono betont. So hat man zum Beispiel in Wien aktuell noch nicht einmal die erste Runde der Impfungen in den Alten- und Pflegewohnheimen abgeschlossen, wie ein Blick auf den regionalen Impfplan zeigt. "Wir fangen jetzt mit der Gruppe der Über-80-Jährigen außerhalb der Heime an, die 65- bis 80-Jährigen werden sich noch gedulden müssen, bis wir damit fertig sind", sagt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Der falsche Impfstoff

Was erschwerend dazukommt: Für die Über-65-Jährigen sind derzeit nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer bzw. Moderna empfohlen, doch gerade von diesen beiden Herstellern stehen aktuell besonders wenige Dosen zur Verfügung.

Zwar bekommt Österreich zusätzliche 3,8 Millionen Impfdosen von Biontech/Pfizer, wie das Gesundheitsministerium zuletzt verkünden konnte, diese werden allerdings frühestens im April geliefert.

Und diese groben Prognosen reichen einfach nicht aus, um exakte Planungen vorzunehmen, betont eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Derzeit könne man nur fix sagen, wie viele Impfstoffe bis Ende März sicher zur Verfügung stehen. "Eine Terminvergabe über diesen Zeitpunkt hinaus ist relativ sinnlos, weil wir nicht wissen, was tatsächlich wann geliefert wird", sagt die Sprecherin. Denn auch die Vereinbarungen in den Verträgen seien keine Garantie dafür, dass die begehrte Ware zeitgerecht zur Verfügung stehe.

Bis Ende August soll jedenfalls die Gesamtbevölkerung über 16 durchgeimpft sein. Wenn neu zugelassene Impfstoffe dazu kommen, könnte es sogar schneller gehen.

Behinderte

Unterdessen startet in Wien die Impfung von Menschen mit Behinderungen. Sie wurden darüber informiert, dass für sie derzeit nur der Impfstoff von Astra Zeneca zur Verfügung steht. Was manche verunsichert, wird ihm doch eine geringere Wirksamkeit zugeschrieben – vor allem im Zusammenhang mit der südafrikanischen Virus-Variante.

Es sei angesichts des Impfstoffmangels aber besser, sich mit diesem Vakzin impfen zu lassen, als zuzuwarten, betont Virologe Otfried Kistner.

Ähnlich sieht das auch der Hacker-Sprecher. Er verweist zudem auf das aktuell extrem niedrige Risiko, sich in Ostösterreich mit der Südafrika-Variante anzustecken.

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