© Christa Breineder

Chronik Österreich
03/17/2020

Coronavirus: Zentrale Fragen und Antworten

Was kann ich machen, um mich zu schützen? Was sollten wir alle nicht mehr tun? Woher kommt das Virus? Hier finden Sie übersichtlich wichtige Informationen.

von Lukas Kapeller

Zehntausende Menschen sind weltweit an dem neuartigen Coronavirus erkrankt. Auch Österreich ist betroffen.

Ärzte und Wissenschaftler warnen vor Panik, aber auch davor, die Pandemie und ihre Folgen für den Einzelnen nicht ernst zu nehmen - insbesondere mögliche Komplikationen bei älteren und geschwächten Menschen.

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

    Sars-CoV-2 ist die offizielle Bezeichnung für das neue Virus, das eine schwere Lungenkrankheit (Covid-19) auslösen kann. Sars-CoV-2 gehört zu den Coronaviren, von denen es laut Virologen Hunderte verschiedene gibt.

    Der Name weist schon auf die Verwandtschaft zum Sars-Virus hin, das auch zur Familie der Coronaviren gehört. 2002/2003 hat Sars, ebenfalls von China ausgehend, eine Epidemie ausgelöst. Die Abkürzung Sars steht für Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Englisch: severe acute respiratory syndrome).

    Beim neuen Coronavirus waren bis 17. März mehr als 182.000 Infektionen sowie mehr als 7.000 Todesopfer weltweit bekannt. Zum Vergleich: An Sars erkrankten 2002/2003 rund 8.000 Menschen, es gab etwa 1.000 Tote. Damit ist die Sterblichkeitsrate beim neuen Coronavirus kleiner, die Ausbreitung größer.

    Diese Verhaltenstipps werden von allen westeuropäischen Experten und Behörden gegeben:

    Waschen Sie regelmäßig die Hände: mindestens 20 Sekunden unter laufendem Wasser und mit Seife.

    Halten Sie Abstand: insbesondere von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber.

    Schütteln Sie keine Hände mehr.

    Husten und Niesen Sie richtig: in ein Papiertaschentuch oder in die Armbeuge.

    Halten Sie Ihre Hände vom Gesicht fern (Schleimhäute in Mund und Nase sowie Augen).

    Die Bundesregierung fordert die Bürger auf, nur mehr aus drei Gründen hinauszugehen: unaufschiebbare Erwerbsarbeit; notwendige Einkäufe (Lebensmittel); anderen Menschen helfen, die Hilfe benötigen.

    Leitungswasser ist laut dem Landwirtschaftsministerium übrigens unbedenklich. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Leitungswasser mit dem Coronavirus angesteckt haben.

    Spaziergänge, alleine oder mit der Familie, sind nicht grundsätzlich problematisch. Wichtig ist aber, dass man anderen Menschen dabei nicht zu nahe kommt: Ein Meter Abstand muss eingehalten werden.

    Mittlerweile gilt auch ein Versammlungs- und Veranstaltungsverbot. Die Einschränkungen im öffentlichen Raum werden von der Polizei kontrolliert, bei Verstoß drohen auch empfindliche Verwaltungsstrafen.

    Nachdem das Virus in Österreich angekommen ist, hilft nur mehr die Reduktion von sozialen Kontakten, um die Verbreitung möglichst stark abzubremsen. Österreichs Spitäler haben (Stand 2018) 2.547 Intensivbetten. Auch wenn nicht jeder Coronavirus-Patient dort landet, muss das exponentielle Wachstum der Infektionen gestoppt werden, um das Gesundheitssystem vor der Überlastung zu bewahren.

    Das Gesundheitsministerium rät, in allen akuten Fällen, die einer Behandlung bedürfen, selbstverständlich ins Krankenhaus zu gehen oder die Rettung zu rufen.

    Bei bloßem Verdacht einer Covid-19-Infektion ist es aber zu vermeiden, selbst ins Spital zu gehen. In solchen Fällen soll man unter der Nummer 1450 anrufen.

    Die meisten bestätigten Fälle hatten bis 17. März Tirol (275), gefolgt von Oberösterreich (231), Niederösterreich (165) und der Steiermark (145). Insgesamt gab es in Österreich bis zum 17. März knapp mehr als 1.100 bekannte Infektionen.

    Am 13. März wurden in Tirol die Gemeinde St. Anton am Arlberg und das Paznauntal mit seinen Tourismus-Hotspots Ischgl und Galtür (sowie See und Kappl) unter Quarantäne gestellt.

    Am 14. März folgte die Ortschaft Heiligenblut in Kärnten.

    Vorarlberg gab am 17. März bekannt, die gesamte Vorarlberger Arlbergregion - Lech, Klösterle, Warth und Schröcken - ab sofort und mindesens bis 3. April unter Quarantäne zu stellen.

    Am meisten betroffen waren bis Mitte März nach offiziellen Informationen:

    China (rund 81.000 bestätigte Fälle), Italien (rund 28.000), Iran (rund 15.000), Spanien (rund 10.000), Südkorea (rund 8.000 Fälle), Deutschland (rund 7.000 Fälle).

    Allerdings sind in China (56.000 Genesene) und im Iran (5.000 Genesene) viele Patienten mittlerweile wieder gesund geworden.

    Am 31. Dezember 2019 wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China über eine Häufung von Patienten mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache informiert. Betroffen war die Großstadt Wuhan (Stadtgebiet: 8 Mio. Menschen, Metropolregion: 11 Mio. Menschen).

    Chinesische Behörden teilten mit, dass einige Patienten als Händler auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan arbeiteten. Es ist der größte Fischmarkt in Wuhan mit mehr als 600 Ständen und 1.500 Arbeitern.

    Fachleute erklärten früh, dass als Hauptwirt ein anderes Säugetier oder Geflügel infrage kommt. Derzeit geht man davon aus, dass das Virus von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

    Am 15. Jänner gab es die erste Meldung über eine Corona-Infektion in Thailand.

    Am 16. Jänner berichteten die Nachrichtenagenturen über die erste Erkrankung in Japan.

    Am 30. Jänner gab Italien die ersten Coronavirus-Fälle (zwei Touristen aus China) bekannt.

    Am 19. Februar meldete der Iran die ersten zwei Corona-Toten.