© Christa Breineder

Chronik Österreich
04/15/2020

Coronavirus: Zentrale Fragen und Antworten

Wie kann ich mich schützen? Was sollen wir derzeit besser nicht tun, was dürfen wir (wieder)? Hier finden Sie wichtige Informationen.

Das Coronavirus hat zu einer globalen Krise geführt, Österreich hat wie andere Länder drastische Maßnahmen ergriffen, um seine Ausbreitung möglichst gut in den Griff zu bekommen.

Der Erreger hat den Alltag der 8,9 Millionen Österreicherinnen und Österreicher verändert.

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

    Diese Verhaltenstipps werden von allen westeuropäischen Experten und Behörden gegeben:

    Waschen Sie regelmäßig die Hände: mindestens 20 Sekunden unter laufendem Wasser und mit Seife.

    Halten Sie Abstand: insbesondere von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber.

    Schütteln Sie keine Hände mehr.

    Husten und Niesen Sie richtig: in ein Papiertaschentuch oder in die Armbeuge.

    Halten Sie Ihre Hände vom Gesicht fern (Schleimhäute in Mund und Nase sowie Augen).

    Außerdem:

    Ein Mund-Nasen-Schutz hilft laut Bundesregierung, die Ansteckungsgefahr mit dem Virus zu verkleinern. Er dient primär dem Schutz anderer.

    Die Ausgangsbeschränkungen liefen mit dem 1. Mai aus. Es gilt im öffentlichen Raum aber weiterhin ein Sicherheitsabstand von einem Meter zu anderen Personen (in öffentlichen Verkehrsmitteln nur, wenn er eingehalten werden kann).

    Seit 2. Mai dürfen alle Händler, auch solche mit mehr als 400 Quadratmeter Ladenfläche, wieder aufsperren. Auch Friseure und Kosmetiksalons öffnen wieder.

    Seit 4. Mai ist die Schule wieder offen. 

    Besuche in Altersheimen werden unter Auflagen wieder möglich.

    Am 15. Mai legte die Gastronomie wieder los. Unter strengen Auflagen - wie maximal vier Erwachsene pro Tisch, Masken für das Personal - kann wieder öffentlich gespeist und getrunken werden.

    Mit 29. Mai durften Hotels und andere Herben wieder regulär öffnen.

    Seit 15. Juni gibt es keine Maskenpflicht mehr in Supermärkten, in Öffis gilt sie jedoch noch. Die Sperrstunde in Lokalen wurde auf 1 Uhr verlängert. Mehr Details dazu finden Sie hier.

    Mit dem stufenweisen Hochfahren des Handels hat am 14. April die zweite Phase im Kampf gegen das Coronavirus in Österreich begonnen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sprach von einer "entscheidenden Phase".

    Die erste Etappe im März und frühen April bestand darin, die Kurve der neuen Infektionen mit praktisch allen Mitteln abzuflachen. Nun hofft die Regierung auf eine "schrittweise Öffnung", ohne dass die Zahl der neuen Erkrankungen dabei explodiert. Anschober nannte diese Phase sogar deutlich schwieriger zu bewerkstelligen als die erste.

    Der Minister warnte eindringlich vor unbedachtem Verhalten. Die strikte Einhaltung von Hygieneregeln, der Mindestabstand beim Warten auf Einlass in Geschäfte und das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes bei zusätzlichem Mindestabstand blieben von entscheidender Bedeutung.

    Virologen und Simulationsexperten sprechen von der Strategie "Hammer und Tanz". Der "Hammer" beschreibt harte, zeitlich begrenzte Restriktionen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen. Ist die Zahl der Infizierten deutlich gesunken, folgt der "Tanz": Kindergärten und Schulen öffnen wieder, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben kommt langsam in Fahrt.

    Während dieser Phase zwei sollen Neuinfektionen durch intensives Testen, Nachverfolgen und strenge Isolation von bestätigten Erkrankten unter Kontrolle bekommen werden.

    Kann man sich im Vorbeilaufen bei jemandem mit dem Coronavirus anstecken? Ja, aber es ist sehr unwahrscheinlich. Sars-CoV-2 kann zwar in Aerosolen (frei schwebenden Minipartikeln) bis zu drei Stunden überleben. Theoretisch wäre es also möglich, dass jemand das Virus ausatmet und ein passierender Jogger dieses einatmet. Das gilt aber als unwahrscheinlich.

    Wie ist das bei Joggern, die in einem Park hintereinander herlaufen? Das haben die holländischen Universitäten in Leiden und Eindhoven untersucht und dazu eine Studie veröffentlicht. Im Windschatten sei bei Läufern auch nach 5 bis 10 Metern eine Ansteckung theoretisch möglich. Man sollte also am besten 10 Meter Abstand halten, Radfahrer im Windschatten sogar 20 Meter.

    Sars-CoV-2 ist die offizielle Bezeichnung für das neue Virus, das eine schwere Lungenkrankheit (Covid-19) auslösen kann. Sars-CoV-2 gehört zu den Coronaviren, von denen es laut Virologen Hunderte verschiedene gibt.

    Der Name weist schon auf die Verwandtschaft zum Sars-Virus hin, das auch zur Familie der Coronaviren gehört. 2002/2003 hat Sars, ebenfalls von China ausgehend, eine Epidemie ausgelöst. Die Abkürzung Sars steht für Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Englisch: severe acute respiratory syndrome).

    Bis 15. April waren rund zwei Millionen Infizierungen und 128.000 Tote weltweit bekannt. Zum Vergleich: An Sars erkrankten 2002/2003 rund 8.000 Menschen, es gab etwa 1.000 Tote. Damit ist die Sterblichkeitsrate beim neuen Coronavirus kleiner, die Ausbreitung ungleich größer.

    Nachdem das Virus in Österreich angekommen war, half in der ersten Phase nur mehr die Reduktion von sozialen Kontakten, um die Verbreitung möglichst stark abzubremsen.

    Österreichs Spitäler haben (Stand 2018) 2.547 Intensivbetten. Wobei das Gesundheitsministerium auf seiner Website darauf hinweist, dass die Auslastung auch ohne Coronavirus im Jahresschnitt bei 82 Prozent liege. Das exponentielle Wachstum neuer Infektionen musste und muss also gestoppt werden, um das Gesundheitssystem vor der Überlastung zu bewahren und viele Tote zu verhindern.

    Das Gesundheitsministerium rät, in allen akuten Fällen, die einer Behandlung bedürfen, selbstverständlich ins Krankenhaus zu gehen oder die Rettung zu rufen.

    Bei bloßem Verdacht einer Covid-19-Infektion ist es aber zu vermeiden, selbst ins Spital zu gehen. In solchen Fällen soll man unter der Nummer 1450 anrufen.

    Bisher gibt es keine Hinweise, dass Handelswaren ein Risiko darstellen. Wegen der geringen Umweltstabilität von Coronaviren gilt es nach heutigem Wissensstand als unwahrscheinlich, dass Waren die Quelle einer Infektion sein könnten.

    Die meisten Infizierungen hatten bis 30. April 2020 die folgenden Staaten:

    USA (1.054.261), Spanien (239.639), Italien (205.463), Großbritannien (172.478), Frankreich (166.628), Deutschland (162.123).

    Die meisten Todesfälle durch das Coronavirus hatten bis 15. April 2020 folgende Staaten zu beklagen:

    USA (62.444), Italien (27.967), Großbritannien (26.771), Spanien (24.543), Frankreich (24.087), Belgien (7.594).

    Am 31. Dezember 2019 wurde das Landesbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China über eine Häufung von Patienten mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache informiert. Betroffen war die Großstadt Wuhan (Stadtgebiet: 8 Mio. Menschen, Metropolregion: 11 Mio. Menschen).

    Chinesische Behörden teilten mit, dass einige Patienten als Händler auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan arbeiteten. Es ist der größte Fischmarkt in Wuhan mit mehr als 600 Ständen und 1.500 Arbeitern.

    Fachleute erklärten früh, dass als Hauptwirt ein anderes Säugetier oder Geflügel infrage kommt. Derzeit geht man davon aus, dass das Virus von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

    Am 15. Jänner gab es die erste Meldung über eine Corona-Infektion in Thailand.

    Am 16. Jänner berichteten die Nachrichtenagenturen über die erste Erkrankung in Japan.

    Am 30. Jänner gab Italien die ersten Coronavirus-Fälle (zwei Touristen aus China) bekannt.

    Am 19. Februar meldete der Iran die ersten zwei Corona-Toten.