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Chronik Österreich
07/06/2020

Campen in Österreich: Strafen von bis zu 14.500 Euro möglich

Zelt aufbauen und die Natur genießen: Was sich romantisch anhört, darf man nicht überall. Ein Überblick.

von Petra Stacher

Reißverschluss auf, Plane rausholen, Stangen zusammenbauen, Heringe einschlagen und alles in Form rücken: Ein Zelt aufzubauen, das ist nicht das einfachste Unterfangen. Bevor man sich die Mühe macht, sollte man allerdings darauf achten, ob das Zelt überhaupt an der gewählten Stelle stehen darf. Der KURIER hat den Überblick, was erlaubt ist – und was nicht.

  • Strafen in der Höhe bis zu 14.500 Euro möglich: Entscheidet man sich beim Campen in Österreich für einen Platz in einem Naturschutzgebiet, einem Nationalpark oder in einem Sonderschutzgebiet, lassen Strafen bis zu 14.500 Euro den sonst doch günstigen Urlaub teuer werden. In Niederösterreich wird generell das Campen außerhalb von genehmigten Campingplätzen mit derselben Summe geahndet. Laut Österreichischem Camping Club (ÖCC) sind Strafen in dieser Höhe aber eine Seltenheit.
  • Zustimmung für Privatgrund und Wald nötig: Für ganz Österreich gilt: Für das Campen auf Privatgrund und im Wald ist eine Zustimmung erforderlich. Zwar sichert das Forstgesetz jedem die freie Betretbarkeit des Waldes zu, allerdings ist das Lagern bei Dunkelheit und das Zelten davon ausgenommen.
  • Achtung beim "Pausieren" im Fahrzeug: Das "Pausieren" in Fahrzeugen außerhalb von Campingplätzen ist nur dann erlaubt, wenn das Ziel davon ist, dass der Lenker wieder fahrtauglich wird. Eine ganze Nacht im Wohnmobil zu verbringen, fällt nicht darunter.
  • Kärnten ist besonders streng: Kärnten ist bei Menschen, die gerne mit Wohnwagen oder Zelt reisen, besonders beliebt. Dementsprechend streng sind die Regeln: Das Campen außerhalb der dafür vorgesehen Plätze ist verboten. Auch Vor-, Haus- und Obstgärten sind damit tabu. (Strafe: bis zu 3.630 Euro). Dasselbe gilt in Wien: Die Strafen gehen dort bis 700 Euro.
  • Burgenland nimmt das Campen locker: Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist das Burgenland weniger streng: Hier ist das Zelten mit weniger als zehn Personen für maximal drei Nächte auf freien Flächen gestattet. Dies sei jedoch eine gesetzliche Grauzone. Wählt man die bequemere Variante mit dem Wohnmobil, ist dies auf alle Fälle nicht erlaubt. Strafen bis zu 3.600 Euro sind möglich.
  • Für "Fußwanderverkehr" gibt es eine Ausnahme: Laut dem oö. Tourismusgesetz ist das Zelten und Übernachten für den "Fußwanderverkehr" im alpinen Ödland oberhalb der Baumgrenze und außerhalb von Weidegebieten erlaubt. Ansonsten gibt es für OÖ keine Bestimmungen, die sich auf die Zulässigkeit des Campens beziehen. Ähnlich ist es in der Steiermark. Ratsam ist es deshalb, sich vorab bei den Behörden eine Genehmigung zu holen.
        • In Salzburg bestimmen die Bürgermeister: Wildcamper, die sich Salzburg oder Vorarlberg als Standort aussuchen, sollten sich vorab gut informieren. Denn eine allgemeine Regelung fehlt in beiden Bundesländern. Ob und in welcher Höhe Strafen an Wildcamper ausgestellt werden, entscheiden die Bürgermeister.
        • Strenges Abfallwirtschaft- und Feldschutzgesetz: In Tirol ist laut ÖCC das Campieren außerhalb von Campingplätzen verboten. Es droht eine Strafe von bis zu 220 Euro. Verstößt man zusätzlich gegen das Abfallwirtschafts- Naturschutz-, oder Feldschutzgesetz, liegen die Strafen im vierstelligen Bereich.
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