© KRISTIAN BISSUTI/Kristian Bissuti

Chronik Österreich
09/09/2020

Bremer Milliardär kauft Frank Stronachs Pferdesportpark Racino

Austro-kanadischer Unternehmer kassiert für seinen Pferdesportpark in Ebreichsdorf fast 40 Millionen Euro.

von Kid Möchel, Patrick Wammerl, Martin Gebhart , Dominik Schreiber

Es hat Jahre gedauert, doch jetzt ist es fix: Der letzte große Besitz des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach in Österreich wurde verkauft – nämlich der Pferdesportpark Racino in Ebreichsdorf (Bezirk Baden). Diese Woche wurde die Belegschaft darüber informiert, dass sich Stronach mit einer Käuferin geeinigt hat.

Wie KURIER-Recherchen ergeben, ist die Käuferin die „Sakoyah Beteiligungsverwaltungs GmbH“ mit Sitz am Wiener Modenapark.

Bei dieser erst im April 2020 gegründeten GmbH handelt sich um ein Tochterunternehmen der Wiener Holster Privatstiftung des Bremer Werft-Eigentümers Peter Lürßen. Die Privatstiftung wurde bereits 2007 gegründet und hält mehrere Beteiligungen.

Peter Lürßen leitet mit seinem Cousin Friedrich in vierter Generation die Lürssen Werft, die 1875 gegründet wurde. Sie baut heute mit rund 2.700 Mitarbeitern schnelle Kriegsschiffe und zivile Großjachten wie zum Beispiel für den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Fünf der zehn größten Luxusjachten der Welt stammen von Lürssen.

Die Familie Lürßen gehört zum Geldadel an der Weser. Sie gilt – mit einem auf rund 1,1 Milliarden Euro geschätzten Vermögen – als drittreichste Familie Bremens. Bekannt wurde die Industriellenfamilie auch in Österreich, weil sie Baurechte für ein Luxushotel mit 75 Zimmern im Wiener Palais Schwarzenberg erworben hat, das sie auch betreiben will.

Erfolgreicher Abschluss

Rund um den Verkauf des Racino brodelte lange die Gerüchteküche, immer wieder brachten sich angebliche Käufer ins Spiel. Dem Vernehmen nach hatte Frank Stronach mehrere Interessenten an der Hand, aber die Bremer haben für etwas weniger als 40 Millionen Euro letztlich den Zuschlag erhalten. Der Vertrag ist bereits in trockenen Tüchern. Frank Stronach selbst soll mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.

Wie der Pferdesportpark samt Eventlocation künftig genutzt werden soll, ist derzeit noch unklar. Dem Vernehmen nach wollen die Lürßens die Rennbahn aber erhalten. Was die Zukunft der Mitarbeiter betrifft, soll man allerdings viele Fragen offen gelassen haben.

Fakt ist: Die Übergabe des Racino an den neuen Eigentümer soll im ersten Quartal 2021 erfolgen.

Kein Kommentar

Frank Stronachs Vertreter wollen sich vorerst noch nicht zu dem Deal äußern. Sein Anwalt Michael Krüger, der mit der gesamten Abwicklung des Verkaufs beauftragt worden sein soll, beruft sich eine Verschwiegenheitsklausel. Er verweist auf eine geplante gemeinsame Erklärung von Stronach und den Käufern, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll.

 Magna Racino

1996 kaufte Frank Stronach in Ebreichsdorf fast 250 Hektar Grünland. Eigentlich sollte dort der Magna Globe Resort Park mit einer überdimensionalen Weltkugel errichtet werden. Das Projekt scheiterte. 2004 wurde  dann der Pferdesportpark Magna Racino eröffnet, der den Rennbetrieb Ende 2014 aber einstellte. Ende 2018 wurde der angebliche Verkauf lanciert. Doch entweder waren es  Luftschlösser oder die Interessenten scheiterten daran, den Kaufpreis  zu stemmen.

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