© EPA/VALENTIN FLAURAUD

Chronik Österreich
04/08/2021

Ernte in Gefahr? Wachauer Marillenbauern zittern vor Frost

Neuerlicher Wintereinbruch nährt die Sorge bei Obstbauern vor massiven Ernteeinbußen.

von Teresa Sturm, Roland Pittner

Von 25 Grad zu Schnee- und Graupelschauern. Die Hochschaubahn der Wettergefühle hat uns alle fest im Griff, für die heimischen Obstbauern ist die Lage aber dramatisch, vor allem was das Steinobst betrifft.

In der Wachau, wo noch in der Vorwoche Tausende Spaziergänger zur Marillenblüte unterwegs waren, stehen jetzt die Heizöfen bereit. „Ob wir sie einsetzen müssen, wissen wir noch nicht“, sagt Franz Reisinger, Obmann des Vereins Wachauer Marille.

Im Südburgenland scheint ein Großteil des Steinobsts bereits verloren. „Minus sieben Grad hatte es, sogar zu kalt für die Frostschutzberegnung“, sagt Obstbäuerin Helene Nikles. Die Blüten auf den Marillen- und Kirschbäumen wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dienstagfrüh lagen zehn Zentimeter Schnee, um 21 Uhr zeigte das Thermometer Minus drei Grad an. „Die Situation ist dramatisch, die Vollblüte hat bereits vor Tagen eingesetzt“, so Nikles. Was ihre Äpfel betrifft, sei die Lage noch nicht so schlimm. Richtig einschätzen könne man das aber erst im Mai.

Ebenso schlimm ist die Lage in der Steiermark, wo es in der Nacht auf Mittwoch auch bis zu minus acht Grad hatte. „Beim Steinobst gibt es sicher Schäden, wir müssen mit Ertragseinbußen rechnen“, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Kritisch wird vor allem die Nacht auf Freitag, da soll es noch kälter werden. „Windstill und wolkenlos, da ist die Frostgefahr besonders groß“, sagt Reisinger. Letztlich sei aber auch die Lage des Marillengartens entscheidend. In der Wachau hatte man bisher relativ viel Glück. In der Nacht auf Mittwoch wurde nur ein ganz kleiner Teil der Marillenblüten beschädigt. Wenn es noch kälter wird, stehen Heizöfen bereit. Im Vorjahr haben diese Bemühungen übrigens nicht gefruchtet, mehrere Frostnächte hintereinander bescherten der Wachau Ernteeinbußen von bis zu 90 Prozent (siehe Fakten).

Österreichs Obstbauern im Osten müssen also weiter zittern. „Wird heuer wieder so wie 2020, dann ist es wirklich dramatisch für unseren Betrieb“, sagt Obstbäuerin Nikles. Die nächsten Nächte werden entscheidend.

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