© APA/dpa/Sophia Kembowski

Chronik Österreich
07/14/2021

Aus für Registrierung in Nachtgastro macht Behörden Sorgen

Infizierte in Bars und Clubs sorgen für Hunderte Kontaktpersonen, denen nachgespürt werden muss. Was plant die Politik?

von Christian Willim, Elisabeth Gerstendorfer

Legt die türkis-grüne Bundesregierung nicht noch eine Kehrtwende ein, dann fällt am Donnerstag kommender Woche die Registrierungspflicht in der gesamten Gastronomie. Zusätzlich steigt die erlaubte Auslastung in Nachtlokalen, Clubs und Diskotheken von 75 auf 100 Prozent. Bei den Gesundheitsbehörden sorgt insbesondere das Aus für die Gästeregistrierung für Sorgenfalten. Denn erste Fälle von Infizierten im Nachtleben zeigen, welche Dimensionen das Contact-Tracing annehmen kann.

Rund 380 registrierten Besuchern, die sich mit einem Covid-Infizierten in einer Disco im steirischen Lannach aufgehalten haben, wird nun hinterher gespürt. Da sich bei Gruppen aber mitunter nur ein Gast mit seinen Daten registriert, könnte die Zahl der potenziellen Kontaktpersonen bei mehr als 900 liegen.

Erschwerte Verfolgung

Angesichts dieser Problematik sagt Michael Buchheit, Corona-Koordinator der Stadt Innsbruck, zum Contact-Tracing bei derartigen Fällen: „Es ist jetzt schon schwer. Fällt die Registrierungspflicht, ist der öffentliche Aufruf die einzige Möglichkeit.“

Einen solchen musste das Land Tirol am Dienstagabend starten, nachdem sich in der Nacht von Samstag von Sonntag eine später positiv getestete Person in drei Innsbrucker Lokalen aufgehalten hatte. „Wir haben die Registrierungsdaten von 120 bis 130 Personen bekommen, die aber teilweise unvollständig sind“, sagt Buchheit.

Gruppenregistrierungen verzögern die Nachverfolgung zusätzlich. Stellt sich die Frage, ob sich nicht viel mehr jede Person bei Lokalbesuchen anmelden sollte, statt die Registrierung nun auslaufen zu lassen.

Rasche Nachverfolgung

„Das wäre sicher besser“, sagt Elmar Rizzoli, Corona-Einsatzleiter des Landes Tirol. Denn Verdachtsfälle – insbesondere in der Nachtgastronomie, wo viele Menschen auf engem Raum Kontakt haben – „sollten in adäquater Zeit abgearbeitet werden“. Nur so können große Cluster rasch eingegrenzt werden.

„Nachtclubs und große Festivals bereiten mir derzeit am meisten Sorgen. Sie werden von einer Personengruppe besucht, die noch gar nicht oder nur zu einem geringen Prozentsatz geimpft ist“, sagt Epidemiologe Gerald Gartlehner dem KURIER.

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