Die Waldviertler werden in einem Werk in Schrems gefertigt.

© Kurier/schraml wilhelm

Chronik Österreich
08/17/2021

5.000 Paar Waldviertler für Bedürftige gespendet

Die Schuhe gingen unter anderem an Wiener Organisationen wie der Obdachloseneinrichtung Gruft und das Flüchtlingsheim Haus Sarah.

von Magdalena Willert

Der Schuhhersteller „Waldviertler“ mit Sitz in Schrems hat unlängst viel Geld bekommen. Satte 300.000 sind bis dato bei ihm eingegangen. Das Geld stammt von Kunden, die dafür selbst nichts bekommen haben. Aber dafür andere: Um die Summe wurden Obdachlosen und Flüchtlingen 5.000 Paar Waldviertler zur Verfügung gestellt.

Die Aktion nahm im Jänner, während des Lockdowns, ihren Ausgang. Die Firma „Waldviertler“ berichtete damals im Kundenmagazin ihrer Dachmarke Gea über ihre vollen Schuhlager. Weil Flohmärkte nicht stattfinden könnten, sammelten sich bei „Waldviertler“ die Schuhe an.

Das Problem daran: In Ermangelung von Lagermöglichkeiten konnten keine weiteren Schuhe nachproduziert werden. Um die 60 Arbeitsplätze waren dadurch in Gefahr.

Selbstläufer

Daraufhin meldete sich ein Vorarlberger Leser des Magazins, der bei dem Platzproblem gerne aushelfen wollte. „Er hat geschrieben, dass er selbst eingedeckt ist mit unseren Schuhen, wir aber fünf Paar Waldviertler-Winterschuhe an die Gruft schicken sollen und die Rechnung an ihn“, sagt Renate Gönner, Leiterin von Gea.

Am selben Tag ging eine 1.000-Euro-Überweisung einer Wienerin ein. „Wir mögen diese bitte in Schuhe verwandeln und damit die Füße von bedürftigen Menschen wärmen“, zitiert Gönner die Spenderin.

Über diese Spenden gab es einen Bericht im Kundenmagazin – was den Stein weiter zum Rollen brachte: Noch mehr Menschen kauften daraufhin Waldviertler für Bedürftige.

Waldviertler auf Lesbos

Gea hat diese Schuhe an verschiedene Einrichtungen für bedürftige Menschen geliefert. Darunter sind auch einige Wiener Einrichtungen – wie etwa ein Caritas-Frauenwohnzentrum in der Leopoldstadt oder die Obdachloseneinrichtung Gruft bei der Barnabitenkirche in Mariahilf.

Die Schuhe seien bei obdachlosen Personen stark gefragt und der Bedarf könne nur schwer gedeckt werden, heißt es vonseiten der Caritas Wien.

Inzwischen gehen die Spenden über die heimischen Grenzen hinaus. Gea-Leiterin Gönner lieferte Anfang Juni 800 Schuhe an Flüchtlinge auf Lesbos. Auch der Reise-Fotograf Pascal Violo machte sich mit 400 Paar Schuhen in Richtung Syrien auf und versorgte damit rund 300 Flüchtlingskinder an der syrischen Grenzen mit Schuhen.

„Die Menschen haben erkannt, dass Teilen etwas Schönen sein kann“, sagt Gönner. „Und wir freuen uns mit ihnen mit.“

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