Im Schulgebäude müssen die Kinder Maske tragen. Allerdings nicht während des Unterrichts.

© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Chronik Österreich
09/06/2021

123 Positiv-Tests: Ein fast normaler Schulstart

490.000 Schüler sind zurück in den Klassen. Für mehr als 100 Schüler endete der erste Schultag aber mit Quarantäne.

von Markus Strohmayer

Gedränge, nervöse Kinderstimmen und große Schultaschen, die den einen oder anderen Taferlklassler ins Wanken bringen: Der Schulstart in Ostösterreich wirkte nach knapp zwei Jahren Homeschooling fast normal – aber eben nur fast. Denn im Schulgebäude mussten die Kinder ihre Masken aufsetzen.

Abnehmen durften sie den Mund-Nasen-Schutz erst in der Klasse. Die Tragepflicht ist Teil einer dreiwöchigen „Sicherheitsphase“, mit der am Montag in Wien, NÖ und dem Burgenland für 490.000 Kinder und Jugendliche das neue Schuljahr begonnen hat. Konkret müssen Schüler wöchentlich drei Corona-Tests durchführen, einer davon hat ein PCR-Test zu sein. Getestet wird an der Schule, alternativ können offizielle Zertifikate gebracht werden.

Am Montag wurden die Schüler an den einzelnen Standorten schon vor Schulbeginn getestet. Dabei wurden insgesamt 123 positive Antigentests registriert. Der größte Anteil entfiel mit 80 auf Wien, in NÖ waren es 35 und im Burgenland acht Positiv-Tests. Diese Zahlen entsprechen ungefähr dem Niveau des Frühsommers.

Ganze Klassen mussten vorerst nicht geschlossen werden, hieß es Montagnachmittag aus dem Bildungsministerium. Aussagekräftigere PCR-Tests sollen bei den Verdachtsfällen endgültige Klarheit bringen. Die engmaschige Teststrategie sei auch eine Möglichkeit, die breite Bevölkerung zu erreichen und Infektionsketten rasch zu durchbrechen.

Wie es nach der „Sicherheitsphase“ weitergeht, hängt von der risikoadjustierten 7-Tage-Inzidenz ab. Man werde alles tun, damit die Schulen offenbleiben, sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Montagvormittag bei einem Schulbesuch.

Austrian schools open for pupils after summer holidays in Vienna

Es sei ein Programm geschnürt worden, das in Europa seinesgleichen suche, meinte er zuversichtlich.

Eltern fürchten Lockdown

Weniger optimistisch gaben sich am Montag die zahlreichen Mütter und Väter, die ihre Kinder am ersten Schultag begleiteten: „Die Zahlen machen mir Sorgen. Ich arbeite im Gesundheitswesen und musste in den letzten zwei Jahren nach der Arbeit am Abend mit meinem Sohn Hausübung machen. Ich war oft an der Belastungsgrenze. Noch ein Lockdown, das geht nicht“, befürchtet Timea B., deren Sohn sein letztes Jahr an einer Wiener Volksschule begonnen hat.

Andere Eltern berichten Ähnliches: „Die Corona-Zeit war extrem schwer, meine Frau arbeitet im AKH, hatte viel zu tun. Unsere Tochter wäre eigentlich in der dritten Klasse, aber durch Corona hatte sie kein einziges Jahr normalen Unterricht. Wir haben sie deshalb in die zweite Klasse zurückstufen lassen“, erzählt Marco P., während er vor der Volksschule wartet.

Erleichtert zeigen sich am Montag trotzdem fast alle, denn – zumindest vorerst – kann wieder vor Ort unterrichtet werden. „Wir sind keine Pädagogen. Natürlich war der Lerneffekt nicht derselbe wie in der Schule“, meint etwa Bianca J., die neben der Arbeit mit ihrer Tochter lernte und ihren zweijährigen Sohn betreute.

Froh sind die Eltern auch, dass am ersten Tag alles geklappt hat. Einige wirkten nervöser als die Schulanfänger – immerhin mussten auch sie eines der drei „Gs“ vorweisen, um die Schule überhaupt betreten zu können. „Wir durften bis in den Hof, aber nicht in die Klasse. Als Mutter ist es schade, dass man nicht dabei sein kann, wenn die Kinder in einen neuen Abschnitt starten“, erzählt Daniela S.

Sie sei aber froh, dass das Schuljahr überhaupt einigermaßen normal begonnen habe. Lange sei ja gar nichts zu erfahren gewesen.

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