Die Gugl wird zum reinen Fußballstadion umgebaut.

© Lorenz Potocnik

Oberösterreich
07/03/2019

LASK lässt Neubaupläne für Stadion fallen und kommt auf die Gugl zurück

Uneingeschränktes Nutzungsrecht für 80 Jahre, Gugl wird reines Fußballstadion. Arena am Pichlingersee kommt nicht.

von Wolfgang Atzenhofer, Josef Ertl

Eine in der Vorwoche von einer Bürgerinitiative erzwungene Volksbefragung in Linz zum geplanten neuen LASK-Stadion im Naherholungsgebiet Pichlingersee könnte hinfällig werden. Der Verein kommt auf die Gugl zurück. Er wird es zu einer Fußballarena umbauen, wie es bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz am Dienstag hieß. Der LASK nutzt derzeit das Stadion in Pasching als Heimspielstätte, spielte seine internationalen Partien zuletzt aber auf der Linzer Gugl.

 

Die Bürgerinitiative "Rettet den Pichlingersee" hat insgesamt 9.500 Unterschriften eingereicht, um die Abhaltung einer Volksbefragung über das ursprünglich geplante Projekt in Pichling zu verlangen. Nur 6.100 Unterschriften wahlberechtigter Linzer wären dafür notwendig gewesen. 

Gugl wird zur reinen Fußball-Arena

Im Zuge der Pressekonferenz wurde ebenfalls bekannt gegeben, dass dem LASK für den totalen Umbau der Gugl ein Baurecht mit einer Laufzeit von 80 Jahren eingeräumt wurde. In dieser Zeit hat der Verein alle Nutzungsrechte für Stadion, Trainingsplätze und Parkplatz, ist frei in der Gestaltung und Nutzung der Anlagen. Im Gegenzug ist ein Baurechtszins zu zahlen.

Auch der Verein FC Blau Weiß Linz wird auf der Gugl spielen, das wurde im Rahmen einer Nutzungsvereinbarung mit dreijähriger Laufzeit vereinbart, das Donauparkstadion wird umgebaut.

Die Pläne für den Umbau der Gugl sind ambitioniert: Rund 50 Millionen Euro sollen investiert werden, aus dem ehemaligen österreichischen Mekka der Leichtathletik wird eine reine Fußball-Arena ohne Laufbahn und Leichtathletik-Anlagen. Das Land wird das Projekt laut Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) mit einem Betrag von 25 bis 50 Prozent der Kosten fördern.

Geplant ist ein Fassungsvermögen von rund 16.500 Zuschauern. Die Spiele können von zusätzlichen 1.500 Business-Sitzen und aus 40 bis 50 Sky-Boxen für VIP-Gäste betrachtet werden. Hintergrund ist, dass der LASK die Gugl künftig auch als Location für Spiele des Nationalteams ins Spiel bringen will.

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Neue Sport-Infrastruktur für Linz

Die Parkplatzprobleme auf der Gugl sollen künftig der Vergangenheit angehören, ein Parkhaus mit rund 1.000 Stellplätzen wird errichtet. Es wird sowohl den Besuchern des Stadions als auch den Gästen der nahegelegenen Eventlocation TipsArena zur Verfügung stehen. Die Stadt Linz wird die Errichtung des Parkhauses unterstützen, die genauen Kosten wurden noch nicht kommuniziert. Fix ist aber, dass das Parkhaus nach 80 Jahren ins Eigentum der Stadt gehen wird.

Erweitert wird auch das Donauparkstadion, das derzeit hauptsächlich für Trainings und Jugendspiele genutzt wird. Laut den Plänen sollen nach dem Ausbau rund 6.000 Zuschauer Platz haben. Die Anlage wird so konzipiert, dass - im Falle des Aufstiegs in die Bundesliga - auch Spiele der höchsten Spielklasse ausgetragen werden können.

Die Kosten sollen maximal 9 Millionen Euro betragen, die Finanzierung übernehmen je zu einem Drittel Land, Stadt und der Verein selbst. "Bis zur Spielzeit 2022/2023 soll das Stadion fertig sein", sagt David Wimleitner vom FC Blau Weiß Linz.

Halle für Volleyball und Handball

Zusätzlich wird es künftig eine neue Bundesliga-Ballsporthalle für Volleyball und Handball geben. Die Sporthalle in Linz Kleinmünchen wird ausgebaut, Volleyballer und Handballer erhalten für Bundesligaspiele einen Nutzungsvorrang, ansonten wird die Halle weiter von der Neuen Mittelschule genutzt. Die Stadt investiert insgesamt 6,1 Millionen Euro in das Projekt, das Land Oberösterreich beteiligt sich mit einer Sportförderung von 500.000 Euro am Projekt.