© Petra Stacher

Reportage
09/26/2021

Der Wahlmorgen in Linz: "Wählen ist für mich ein Ritual"

In OÖ geben zahlreiche Menschen ihre Stimme für Landtag, Gemeinderat und Bürgermeister ab.

von Petra Stacher

Bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm: Bereits kurz vor 7.00 Uhr gab der blaue Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner heute am Wahlsonntag in Steinhaus bei Wels seine Stimme ab.

Etwa 40 Straßenkilometer entfernt, in Linz, scheinen hingegen auch noch um 9.00 Uhr viele zu schlafen. Nur vereinzelt sieht man den ein oder anderen über den Hauptplatz schlendern. Einige haben schon den Ausweis für das Wahllokal in der Hand, kommen sie doch sofort dran. Denn: Schlangen vor den Wahllokalen? Fehlanzeige.

Vor dem Alten Rathaus erklärt dafür ein Herr einer Gruppe von Touris die Linzer Geschichte.
"Der Andrang ist überschaubar", sagt ein Wahlbeisitzer, der sich gerade vor dem Rathaus eine Rauchpause gönnt. "Es haben aber auch viele per Briefwahl gewählt."

Alternative Briefwahl

Das stimmt. Etwa jeder vierte Bürger beantragte vorab eine Wahlkarte. Zum Vergleich: Bei den vergangenen Wahlen 2015 war es nur jeder zehnte.

Auch Bernd Geiger (55), Lokführer des "Linz City Express", hat vorab gewählt: "Man weiß ja nie, was am Wahltag ist". Im Fall von Geiger ruft die Arbeit.

Für Richard, der im schicken Trachtenjanker gerade vom Wahllokal kommt, ein verständlicher Grund, prinzipiell vertritt er aber eine andere Meinung: "Ich finde, dass es einem das schon wert sein sollte, persönlich am Wahltag zu erscheinen. Aus Bequemlichkeit per Brief zu wählen, finde ich nicht gut."

Viel Polizei

Kurz vor 10.00 Uhr nehmen diesen Weg immer mehr auf sich und generell beginnt die Stadt zu leben: Langsam füllen sich die Cafés entlang des Hauptplatzes und der Landstraße. Lisa (30) marschiert geradewegs an ihnen vorbei. "Ich gehe gerade wählen." Wen sie wählt, weiß sie schon. "Ich hoffe auf Veränderung im Land."

Petra (48) hat es schon hinter sich und ist mit ihrem Fahrrad am Weg zur Arbeit: "Für mich ist das Wählengehen immer ein Ritual.“ Anders sieht dieses durch Corona nicht aus: Es werden einem zwar Maske und eigener Kuli empfohlen, Pflicht ist das aber nicht überall. Hier hat aber auch jedes Wahllokal eigene Vorgehensweisen: Will man etwa in Pasching ohne Maske wählen, müssen vorher alle anderen das Wahllokal verlassen.

Für allfällige Probleme und Massenaufläufe steht dennoch die Polizei bereit. Mehr als sonst sieht man Polizeibusse durch die Innenstadt fahren – dazwischen einen Wohnwagen der SPÖ. "Wir überwachen wegen der Wahl heute genauer", heißt es auf Anfrage bei der Landespolizeidirektion. Demonstrationen seien vorerst keine angekündigt.

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