Symbolbild Cobra

© APA/WERNER KERSCHBAUMMAYR

Chronik Niederösterreich
07/08/2021

Niederösterreich rüstet bei Polizei-Sondereinheiten auf

65 Beamte für Schnelle Interventionsgruppe (SIG) und die neue Bereitschaftseinheit. Die Standorte werden St. Pölten und Traiskirchen.

von Patrick Wammerl

Als Folge des Terroranschlags von Wien bekommt Österreich zwei neue Polizei-Sondereinheiten. Die Schnelle Interventionsgruppe (SIG) sowie die Bereitschaftseinheit sollen heikle Einsätze – meist auch mit bewaffneten Tätern – lösen, noch bevor die Antiterroreinheit Cobra anrückt. Damit soll die klaffende Lücke zwischen dem herkömmlichen Streifendienst und der Spezialeinheit geschlossen werden.

Wie Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Popp im Gespräch mit dem KURIER verrät, stehen die letzten Details für die Ausrollung der neuen Einheiten im Bundesland gerade vor dem Abschluss. Fest steht auch, wo die insgesamt 65 Beamten für die beiden neuen Truppen stationiert werden. Neben der Landeshauptstadt St. Pölten wird es einen zweiten Stützpunkt in Traiskirchen (Bezirk Baden) geben – und zwar an der Adresse des neuen, 2.800 Quadratmeter großen Polizei-Trainingszentrums direkt neben der Sicherheitsakademie (SIAK). Der Neubau soll im Herbst bezogen werden. Niederösterreich wird in Sektoren aufgeteilt, die von den beiden Stützpunkten aus bestreift werden.

Auswahlverfahren

Laut Popp findet derzeit ein internes Auswahlverfahren für die insgesamt 65 Dienstposten in Niederösterreich statt. „Man kann dabei nicht einfach auf frische Abgänger der Polizeischule zurückgreifen. Es braucht gut geschulte Leute mit Erfahrung“, weiß Popp. Wegen des Anforderungsprofils und der heiklen Einsatzbereiche sind vor allem Jüngere, aber durchaus Beamte mit Zusatzausbildungen, gefragt. Beispielsweise Polizisten, die im Aufnahmeverfahren bei der Cobra knapp gescheitert sind. Oder solche, die bei der Cobra bereits Dienst versahen. Derzeit feile man laut Popp an dem Konzept, wie die Schnelle Interventionsgruppe in den Streifendienst integriert wird.

Kräfte der SIG sollen jedenfalls rund um die Uhr auf der Straße unterwegs sein. „Bevorzugt in den Ballungszentren, dort wo viel los ist“, sagt Popp. Bis dato sei beispielsweise bei Familienstreitigkeiten oder Psychosen, bei denen Waffen im Spiel waren, aber auch bei heiklen Festnahmen, fast ausnahmslos die Cobra angefordert worden.

Beamte im Rotationsprinzip

Solche Amtshandlungen soll in Zukunft bei einer überschaubaren Gefährdungslage schon die Schnelle Interventionsgruppe übernehmen. Der Vorteil liege laut Popp in der wesentlich kürzeren Reaktionszeit, „weil die Beamten bereits als Streife unterwegs sind“. Die Cobra muss hingegen erst von den Stützpunkten in Wiener Neustadt oder Wien per Hubschrauber oder mit Fahrzeugen anrücken.

Parallel dazu sollen Kräfte der neuen Bereitschaftseinheit bei Großveranstaltungen wie Fußballmatches, Konzerten etc. herangezogen werden. Im Rotationsprinzip werden die Beamten von ihren Stammdienststellen für mehrere Monate zu der Einheit wechseln und danach wieder zurückkehren. Damit will man auch aus einem größeren Pool schöpfen können.

Der vom Innenministerium vorgegebene Zeitplan ist ambitioniert. Die Bereitschaftseinheit soll bereits im September in Niederösterreich ihren Dienst aufnehmen, bei der Schnellen Interventionsgruppe ist der Start für November geplant. Bis dahin sollen auch alle dienstrechtlichen Unklarheiten mit der Personalvertretung ausgeräumt sein.

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