Wo drückt der Schuh? Über 1.000 Wiener Neustädter sagen ihre Meinung

Wo drückt der Schuh? Über 1.000 Wiener Neustädter sagen ihre Meinung
Die SPÖ präsentiert die Ergebnisse ihrer mehrmonatigen Bürgerbefragung.

Die steigenden Wohnkosten, Probleme bei der Kinderbetreuung, der stockende öffentliche Verkehr oder die Hürden für einen schnellen Arzttermin: All das waren die Themen einer mehrmonatigen Bürgerbefragung, initiiert von der SPÖ Wiener Neustadt.

Im Herbst des Vorjahres hatte die Fraktion in der Statutarstadt einen der bisher größten Bürgerbeteiligungsprozesse gestartet. Unter dem Motto "Wir wollens wissen“ wurden Einwohner und Experten um ihre Meinung gebeten.

Thema Gemeindewohnungen

Die umfangreichen Ergebnisse der Umfrage wurden nun von SPÖ-Vizebürgermeister und Landtagsabgeordneten Rainer Spenger erstmals präsentiert. Zwischen Oktober 2023 und Jänner 2024 haben insgesamt 1.139 Personen an der Online-Umfrage teilgenommen. "Dabei zeigen sich klare Problemfelder, und auch einige Handlungsaufträge“, so die SPÖ.

Wie dramatisch die Lage besonders am Wohnungsmarkt in der Stadt ist, zeigt das Umfrageergebnis. 75 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihre Wohnkosten rapide gestiegen sind. Für 38 Prozent stellt es eine gehörige Belastung dar, elf Prozent können die Kostenexplosion nur "sehr schlecht“ bewerkstelligen.

Ein klares "Ja“ (71 Prozent) gibt es zu der Frage, ob sich die Stadt in Zukunft selbst durch den Bau von Gemeindewohnungen um das Thema "leistbares Wohnen“ kümmern sollte.

Wo drückt der Schuh? Über 1.000 Wiener Neustädter sagen ihre Meinung

SPÖ-Vorsitzender Rainer Spenger

Langes Warten auf Arzttermin

Was die Kinderbetreuung anbelangt, beantworteten elf Prozent die Frage mit einer eins (sehr zufrieden), 24 % mit der Note 2 und 44 Prozent mit "befriedigend“. Neun Prozent geben dem Angebot eine glatte 5, also ein "nicht genügend".

Deutliche Mankos orten die befragten Teilnehmer bei der Gesundheitsversorgung. "Die Antworten zum Thema Landesklinikum Wiener Neustadt spiegeln immer wieder die kolportierten Missstände wie Personalprobleme, Überarbeitung und geschlossene Abteilungen klar wider“, so Spenger.

Fast genau die Hälfte der Befragten gab an, Probleme dabei zu haben, in der Stadt einen Arzttermin zu bekommen. 61 Prozent mussten bereits vier Wochen oder länger auf einen Besuch beim Arzt warten.

Frauen fühlen sich weniger sicher

Eines der Lieblingsthemen der SPÖ ist seit geraumer Zeit das Thema Sicherheit. Obwohl die relevanten strafrechtlichen Delikte nicht zugenommen haben, fordert Spenger gebetsmühlenartig ein Polizei-Wachzimmer auf dem Hauptbahnhof.

30 Prozent der Befragten gaben an, sich in der Stadt sicher zu fühlen, 21 Prozent tun das nicht. Der Rest machte dazu keine Angaben. "Während sich deutlich über 50 Prozent der befragten Männer sicher fühlen, sinkt der Wert bei Frauen auf 46 Prozent, 39 Prozent fühlen sich überhaupt nicht sicher“, erklärt die SPÖ.

Die Detailergebnisse werden nun auf der Homepage wirwollenswissen.spwn.at publiziert.

Die Projektleiter Michael Mayer und Martina Schmid sehen die Ergebnisse nun als Grundlage für die politische Arbeit: "So umfassend wurde noch selten zuvor ein Stimmungsbild in der Stadt erstellt. Die breite Datenbasis aus der Umfrage mit Fokusgruppen zu ergänzen, hat vieles bestätigt, manches ergänzt und im Gesamten eine Grundlage geschaffen, aus der wir jetzt schöpfen können.“

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