Die Polizei kontrolliert streng in der Schutzzone

© LPD NÖ

Chronik Niederösterreich
01/10/2022

Gewaltexzess: Polizei sieht keinen Anlass für Inspektion am Bahnhof

Politisches Hickhack um ein Wachzimmer am Wiener Neustädter Bahnhof. 3.216 Betretungsverbote in viereinhalb Jahren.

von Patrick Wammerl

Die Forderung ist nicht neu und erinnert im Grunde an Wahlkampfzeiten. Nach einer wilden Prügelei unter Jugendlichen und mehreren Schüssen aus einer Gaspistole am Bahnhof in Wiener Neustadt hat die SPÖ eine Petition für die Wiedereröffnung des 2001 geschlossenen Polizei-Wachzimmers am Hauptbahnhof gestartet. 

Die Landespolizeidirektion Niederösterreich sieht nach Prüfung der Sicherheitslage allerdings keine Notwendigkeit für eine solche Inspektion. „Es war ein einmaliger Ausreißer, der selbst mit einem Wachzimmer am Bahnhof nicht verhinderbar gewesen wäre“, sagt Stadtpolizeikommandant Manfred Fries.

Einsatzkräfte seien kurz nach dem ersten Notruf bereits vor Ort gewesen. Die Kriminalität am Bahnhof bewege sich aktuell auf einem konstant niedrigen Niveau. Pro Monat spreche man von rund einem Dutzend Anzeigen wegen Fahrrad-Diebstählen, Suchtmitteldelikten und Raufhandels.

Der Bahnhof gehöre neben Stadtpark und Esperantopark ohnedies zu den drei polizeilichen Schutzzonen in Wiener Neustadt. Seit Mai 2017 wurden 3.214 Betretungsverbote in diesen Zonen ausgesprochen. Damit sank auch die Kriminalität. ÖVP-Vizebürgermeister Christian Stocker wies die Forderung nach einem Wachzimmer als „Populismus“ zurück. „Kein Wachzimmer kann Vorfälle wie diesen verhindern“, so Stocker.

SPÖ-Chef Rainer Spenger ist da anderer Meinung: „Nach den untragbaren Vorfällen der vergangenen Woche ist für uns klar: Das 2001 von ÖVP-Innenminister Ernst Strasser geschlossene Wachzimmer am Bahnhof muss wieder eröffnet werden“, so Spenger. „Der Bahnhof ist ein sozialer uns sicherheitspolitischer Hotspot, und einer der größten in Österreich. Es muss rasch was passieren, bevor wieder was passiert.“

 

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