Brand im Föhrenwald: Kein „Brand aus“ in Sicht
Zusammenfassung
- Großbrand im Föhrenwald bei St. Egyden hatte rund 100 Hektar erfasst.
- 41 Feuerwehren, etwa 550 Einsatzkräfte, dazu Hubschrauber, Drohnen und Spezialdienste waren im Einsatz.
- Ausmaß liegt nahe an den größten Bränden der vergangenen Jahre in Niederösterreich.
Der am Mittwoch ausgebrochene Großbrand im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld ist unter Kontrolle, am Donnerstag kämpfen aber noch rund 300 Feuerwehrmitglieder gegen Glutnester. Auch sechs Löschhubschrauber standen im Einsatz. Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas rechnete damit, dass der Einsatz noch die nächsten Tage andauern wird.
Am Donnerstag unterstützten der Katastrophenhilfsdienst sowie die Sonderdienste Waldbrand und Flugdienst die örtlichen Kräfte bei den Nachlöscharbeiten. Die Bekämpfung von Glutnestern am Boden gestaltete sich auf dem großen betroffenen Areal sehr langwierig.
Durch den Wind komme es immer wieder zur Bildung von Flammen, berichtete Lukas der APA. Sechs Feuerwehrleute wurden verletzt, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando auf APA-Anfrage. Drei Personen zogen sich Verbrennungen zu, drei weitere erlitten eine Rauchgasvergiftung.
Die Flammen hatten sich am Mittwoch auch aufgrund des Windes „sehr schnell ausgebreitet“, berichtete Stebal. Rund 550 Mitglieder rückten insgesamt zum Einsatz aus. Die betroffene Fläche lag bei etwa 100 Hektar. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, das Gebiet zu meiden, um die Arbeiten der Einsatzkräfte nicht zu behindern.
Zusätzlich waren Kräfte aus dem Bezirk Wiener Neustadt im Einsatz. Mehrere Feuerwehren – darunter Wiener Neustadt, Winzendorf, Weikersdorf, Markt Piesting, Maiersdorf und Brunn an der Schneebergbahn – unterstützten die Löscharbeiten. Auch der Bezirksführungsstab Wiener Neustadt wurde hochgefahren.
Der Großbrand hat am Mittwoch ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht. Die Fläche von rund 100 Hektar zählt zu den größten Waldbränden der vergangenen Jahre in Niederösterreich.
Im Einsatz standen zahlreiche Kräfte sowie Spezialdienste des Landesfeuerwehrverbandes, darunter der Waldbranddienst und der Flugdienst. Auch Drohnen wurden zur Lageerkundung eingesetzt, ein Bezirksführungsstab wurde eingerichtet, um den umfangreichen Einsatz zu koordinieren.
Massive Unterstützung aus der Luft
Die Löscharbeiten wurden durch mehrere Hubschrauber unterstützt. Im Einsatz stehen Maschinen des Innenministeriums, ein privater Hubschrauber sowie Hubschrauber des Bundesheeres.
Der Brand war am Nachmittag ausgebrochen, es wurde die höchste Alarmstufe B4 ausgelöst. Bereits in den ersten Stunden standen zwischen 20 und 36 Feuerwehren im Einsatz, ehe das Aufgebot weiter erhöht wurde. Über dem Brandgebiet bildete sich eine Pyrocumulus-Wolke, die auf eine extreme Hitzeentwicklung hinweist.
Rauchsäule kilometerweit sichtbar
Eine Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Auch aus größerer Entfernung wurden Fotos und Videos der Rauchentwicklung gemacht. In den umliegenden Ortschaften waren die Sirenen zu hören.
Der aktuelle Brand im Föhrenwald weckt Erinnerungen an das Jahr 2013. Damals waren im Bezirk Neunkirchen bis zu 30 Hektar betroffen, rund 20 Hektar wurden vollständig zerstört.
Auch das Rote Kreuz Niederösterreich stand bei den Bränden im Einsatz. Sowohl im Raum Neusiedl an der Zaya als auch im Föhrenwald bei St. Egyden unterstützten Einsatzkräfte die Feuerwehren. In Neusiedl an der Zaya waren 11 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter im Einsatz und kümmern sich um die Versorgung der Kräfte, zudem ist der Bezirksstab aktiv.
40 Kräfte des Roten Kreuzes im Einsatz
In St. Egyden, wo der Brand weiterhin nicht unter Kontrolle ist, standen 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit, unterstützt von sechs Rettungswagen, zwei Bezirkseinsatzleitern sowie dem Bezirksstab. Die Koordination erfolgte durch den Landesführungsstab des Roten Kreuzes Niederösterreich. Insgesamt waren damit rund 40 Kräfte des Roten Kreuzes im Einsatz.
Die anhaltende Trockenheit dürfte die rasche Ausbreitung der Flammen begünstigen. Der Einsatz dauert weiterhin an, zur Ursache liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.
So reagiert die Politik
Die angespannte Lage wurde auch von politischer Seite betont. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verwies in einem Statement auf die Ernsthaftigkeit der Situation: „Die zahlreichen Waldbrände im Land, aber vor allem der Großbrand im Föhrenwald, führen uns eindringlich vor Augen, wie ernst die aktuelle Trockenheit und wie hoch die Waldbrandgefahr in Niederösterreich derzeit ist.“
Gleichzeitig dankte sie den Einsatzkräften, die „unter schwierigsten Bedingungen mit großem Einsatz gegen die Flammen kämpfen“, und appellierte an die Bevölkerung, die geltenden Bestimmungen strikt einzuhalten. „Jeder Funke kann aktuell verheerende Folgen haben“, so Mikl-Leitner.
Die ÖVP-Politikerin und ihr Parteikollege LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) bedankten sich in schriftlichen Statements bei den Einsatzkräften und riefen zu Vorsicht auf. „Jeder Funke kann aktuell verheerende Folgen haben“, warnte Mikl-Leitner. „Achten wir gemeinsam darauf, weitere Brände zu vermeiden“, so Pernkopf.
Vergleich mit früheren Großbränden
Das Ausmaß des aktuellen Brandes liegt nahe an den größten Ereignissen der vergangenen Jahre. Beim Waldbrand in Hirschwang im Jahr 2021 waren rund 110 Hektar betroffen, ein Brand im Föhrenwald im Jahr 2013 rund 40 Hektar.
Weitere Brände im Weinviertel
Parallel dazu stehen auch im Weinviertel Einsatzkräfte im Einsatz. Im Raum Neusiedl an der Zaya, Palterndorf-Dobermannsdorf und Hausbrunn bekämpfen mehrere Feuerwehren einen Vegetationsbrand auf rund 15 Hektar.
Erinnerungen an 2013
Der aktuelle Brand im Föhrenwald weckt Erinnerungen an das Jahr 2013. Damals waren im Bezirk Neunkirchen bis zu 30 Hektar betroffen, rund 20 Hektar wurden vollständig zerstört. Bis zu 400 Feuerwehrleute standen im Einsatz, unterstützt von Hubschraubern des Bundesheeres. Das Gelände galt aufgrund von Kriegsrelikten aus einer ehemaligen Munitionsfabrik als besonders gefährlich.
Über dem Brandherd bildete sich eine Pyrocumulus-Wolke, die auf eine starke Hitzeentwicklung hinweist.
Darauf weist die Unwetterzentrale in einem aktuellen Facebook-Posting hin:
Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Das unwegsame Gelände erschwert die Löscharbeiten zusätzlich.
Viele Fotos und Videos im Netz
Hier ein Facebook-Beitrag aus Wiener Neustadt mit Blick Richtung Föhrenwald und weitere Postings in den sozialen Medien.
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