© Michaela Höberth

Chronik Niederösterreich
07/08/2022

Stockerauer Kunst-Fans helfen Kindern mit Behinderungen

Für die Familie des schwer beeinträchtigten Sebastian konnten über 1.000 Euro für einen speziellen Kindersitz aufgetrieben werden.

von Michaela Höberth

Für Erwin Kube und Werner Bolek war es ein Pilotprojekt: Anfang des Jahres starteten sie mit der „Galerie im Zentrum“ in der Stockerauer Schießstattgasse (Bezirk Korneuburg) durch. Sie wollten den Werken des verstorbenen Hobbymalers Otto Pachler eine Bühne bieten. Er war Kubes Großonkel, und seine nie gezeigten Werke waren schon viel zu lange verborgen geblieben.

Kunst für den guten Zweck

Gezeigt wurden Ölgemälde, die zwischen 1965 und 1995 entstanden sind. Pachler schuf eindrucksvolle Landschaften und Stadtansichten, vorzugsweise von seiner Lieblingsstadt Venedig. Doch aus der ursprünglich geplanten Ausstellung wurde schnell mehr; bis Juni wurde in der neuen Galerie ein breites Kulturprogramm geboten, und mittlerweile liegen Anfragen heimischer Künstler für die neuen Galerieräume vor.

Doch neben einer erfolgreichen Ausstellung hatte Kube weitere Ziele: er wollte helfen. „Für mich war schnell klar, dass ich dieses Projekt mit einem guten Zweck verbinden will“, erzählt er. Und ein geeigneter Empfänger war schnell gefunden: Der Verein Moritz, der in den Bezirken Korneuburg, Hollabrunn und Tulln aktiv ist, sollte mit Spendengeldern unterstützt werden. Dieser hilft seit 2007 Kindern mit besonderen Bedürfnissen und deren Familien.

Große Nachfrage

Denn für diese stehen immer wieder Investitionen an, die ohne Unterstützung unleistbar sind. So gehen die 1.150 Euro, die in der „Galerie im Zentrum“ gesammelt wurden, an die Familie des schwer beeinträchtigten Sebastian. Er braucht dringend einen speziellen Kindersitz, um sicher von A nach B transportiert werden zu können. „Die letzten beiden Jahre waren für uns nicht einfach“, sagt Susanne Schindler vom Verein Moritz. Veranstaltungen wie der beliebte Punschstand im Stockerauer Rathaus konnten aufgrund der Coronapandemie nicht stattfinden, gleichzeitig wurden die Bitten um Hilfe immer mehr. Dennoch konnte Familien aus der Region geholfen werden.

Und auch für die „Galerie im Zentrum“ soll es weitergehen: Nach einer kurzen Sommerpause wird am 25. Juli wieder mit neuen Ausstellern und Rahmenprogramm durchgestartet.

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