© Klaus Rockenbauer

Chronik Niederösterreich
11/22/2021

Rückenwind für die Energiewende in Niederösterreich

In Seibersdorf sprach sich eine Mehrheit für Windräder aus, am Schildberg liegt positive Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes vor.

von Stefan Jedlicka

Grünes Licht gab es in den vergangenen Tagen für zwei Windkraftprojekte in Niederösterreich. In Seibersdorf (Bezirk Baden) hatte sich gegen den Plan, zwei zusätzliche Windräder zu sieben bestehenden zu errichten, eine Bürgerinitiative formiert. Man sammelte Unterschriften für eine Volksbefragung. Diese fand nun am Sonntag statt.

Im Gemeinderat war beschlossen worden, das Ergebnis bei einer Beteiligung von mehr als 50 Prozent der Bevölkerung als bindend anzuerkennen. Diese Marke wurde denkbar knapp erreicht. 760 der 1.497 wahlberechtigten Bürger gaben in Seibersdorf und der Katastralgemeinde Deutsch Brodersdorf ihre Stimme ab – das sind 50,77 Prozent. 60,5 Prozent davon stimmten für die nötige Umwidmung für die Windräder.

„Wir sind mit dem Ergebnis und vor allem der Beteiligung sehr zufrieden. Die Bürger hatten die Möglichkeit, ihre Meinung zur Abstimmung zu bringen und die Bevölkerung hat das auch klar gemacht“, sagt Bürgermeisterin Christine Sollinger (ÖVP). Ob die Anlagen tatsächlich errichtet werden, müssen aber erst ein Genehmigungsverfahren und eine Umweltverträglichkeitsprüfung entscheiden.

Windkraft am Schildberg

Ein deutlich größeres Projekt kann nach langer Wartezeit am Schildberg bei St. Pölten realisiert werden. Dort plant die EVN drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 12,6 Megawatt. Sie sollen ab Ende 2022 Strom für 9.400 Haushalte liefern. Zwei Anlagen sollen auf Böheimkirchner Gemeindegebiet stehen, eine auf dem Gemeindegebiet von St. Pölten.

Kurioses Tauziehen

Doch rund um das Vorhaben gab es ein kurioses Tauziehen. Eine Volksbefragung ergab bereits fast zwei Drittel Zustimmung in Böheimkirchen zum Projekt, das seit 2017 genehmigt ist. Wegen leerer Fördertöpfe stand es dann jedoch über zwei Jahre in der Warteschlange. Weil die EVN mittlerweile die geplanten Windräder durch neuere ersetzen wollte, die effizienter arbeiten und rund 1.700 Haushalte zusätzlich versorgen, erfolgten erneut Einsprüche beim Bundesverwaltungsgericht – das nun aber endgültig Grünes Licht für den Weiterbau gab.

EVN-Sprecher Stefan Zach zeigt sich erfreut, „dass wir dieses wichtige regionale Ökostromprojekt jetzt zügig errichten können“. Das Verwaltungsgericht habe die naturschutzfachlichen Untersuchungen der EVN bestätigt, dass die Schwarzstörche in der Region durch den Windpark nicht beeinträchtig würden: „Der Schildberg bleibt ein funktionierender Lebensraum, auch für andere Tiere und Pflanzen, sowie die Menschen, die ihn zu Erholungs- oder Wirtschaftszwecken nutzen.“

7 Hektar werden aufgeforstet

Als Ausgleich für die etwas mehr als zwei Hektar Waldfläche, die für den Windpark benötigt werden, lasse die EVN rund sieben Hektar - "also mehr als das Dreifache" - wiederaufforsten. Zum Beispiel durch Forstwirt Andreas Gasthuber, für den der Windpark ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie Ökologie und erneuerbare Energieproduktion Hand in Hand gehen: „Wir pflanzen hier junge Bäume auf Flächen, auf denen bisher kein Wald steht. Das heißt, der Windpark Schildberg liefert nicht nur Ökostrom, er hilft sogar mit, die Waldflächen in der Region zu erhöhen.“

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