Die Bühne Baden ist eine von 20 Theaterfest-Bühnen, heuer spielte man  unter anderem „Eine Nacht in Venedig“ in der Sommerarena. Insgesamt hatte das Theaterfest NÖ heuer 143.159 Besucher

© Christian Husar

Chronik Niederösterreich
09/24/2021

Rochade beim Theaterfest NÖ: Vorhang auf für Kristina Sprenger?

Langzeitobmann Werner Auer und sein Team treten ab. Die Nachfolge wird am Montag entschieden. Die Berndorfer Intendantin gilt als Favoritin

von Marlene Penz, Markus Foschum, Martin Gebhart

Das Theaterfest Niederösterreich kann mit  143.159 Besucherinnen und Besuchern laut Bilanz-Aussendung „eine positive Bilanz dieses herausfordernden Sommers ziehen“. Besonders erfreulich sei die Auslastung des Kinderprogramms „Theaterfest for Kids“ mit über 90 Prozent. Mit dieser Theaterfest-Saison endet auch eine Ära – jene von Theaterfest-Obmann Werner Auer.

Im Jänner kündigte er an, in der nächsten Funktionsperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Sein Amt hatte er zwölf  Jahre lang inne. „Jetzt ist es Zeit für   neue Ideen. Bevor es zur Routine wird und nur noch so dahindämmert, soll es frischen Wind geben“, betont Auer gegenüber dem KURIER. Mit den Herausforderungen der Corona-Krise hänge das nicht zusammen. „Ich will mich vermehrt wieder meinen Kernkompetenzen, Regie und Spielen, widmen und meinen Bühnen“, betont er. Auer wird weiterhin Intendant der Felsenbühne Staatz und des Kindermusicalsommer in Schiltern sein.

Schon im April dieses Jahres hätte sein Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin gewählt werden sollen. Coronabedingt wurde das allerdings in den Herbst verschoben. Am Montag ist es nun so weit. Danach wird alles anders sein im Verein, zumindest im  Vorstand – keines der sechs Vorstandsmitglieder wird wieder eine Funktion übernehmen. Laut Auer ist es aber kein „Scheiden im Bösen“, sondern das Gegenteil: „Wir haben das im Vorstand so entschieden, es ist schwierig für ein neues Team, wenn noch einige dabei sind, die  die alte Schiene fahren.“ Darüber, wer die „neue Schiene“ vorgeben wird, wollte sich Auer nicht äußern.

Über die neuen „Regisseure“ für die sommerlichen Festspiele will er vorerst gar nichts sagen. Obmann-Stellvertreter Marcus Strahl, Intendant der Wachaufestspiele: „Das wird man am Montag sehen.“ Nur so viel: „Es gibt ein paar Kandidaten.“ Theoretisch könnten sich auch am Montag noch welche melden, um bei der Abstimmung mitzumischen. Ein Name ist dennoch im Vorfeld durchgesickert und wird auch schon länger gehandelt: Kristina Sprenger. Die ehemalige TV-Schauspielerin (Soko Kitzbühel) und nunmehrige Intendantin des Stadttheaters Berndorf gilt als Favoritin für die Auer-Nachfolge.

Rückblick

Werner Auer ist jedenfalls zufrieden mit seiner letzten Saison als Obmann.  Und auch mit dem Erbe, das er als Theaterfest-Chef hinterlässt. Er habe  versucht, die Marke „Theaterfest“ nach außen zu öffnen und als Qualitätssiegel zu gestalten und zu prägen. „Das   hat sich wunderbar entwickelt in den letzten zwölf  Jahren“, resümiert Auer.

Zudem sei es ihm von Anfang an ein Anliegen gewesen, die Gesprächskultur zu verbessern, jeder sollte offen sprechen und sagen können, was ihm am Herzen liegt. Das sei unter seinem Vorgänger  Peter Loidolt, Gründer der Festspiele Reichenau, nicht möglich gewesen. „Der Verein war von Anfang an als Ort des Austausches gedacht, wo man sich auch abstimmt und gemeinsam an einer Sache arbeitet. Alle Mitgliedsbühnen wollen Sommertheater machen“, so Auer.  Jetzt stehe das Kollegiale wieder im Vordergrund, das Konkurrenzdenken sei zurückgegangen. Nun ist es ihm ein Anliegen, dass sich der Verein auch in Zukunft um die Mitgliedsbühnen kümmert und die Qualitätsschiene beibehält. Dem neuen Vorstand werde er  unterstützend zur Verfügung stehen, sofern dieser das möchte.

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