Willy Konrath (61) wird der neue Leiter der Landesverkehrsabteilung. Er wurde von der Begutachtungskommission mit Top-Noten bewertet 

© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich
12/03/2021

Polizei-Spitzenjobs: Der oberste Raser-Jäger ist gefunden

Bei der Exekutive in NÖ dreht sich das Postenkarussell. Der neue Leiter der Landesverkehrsabteilung steht fest, das Rennen um andere Schlüsselpositionen ist in der heißen Phase

von Patrick Wammerl

An der Spitze von Niederösterreichs Polizei ist es derzeit fast so wie in der Bundesregierung. Das Postenkarussell dreht sich derart schnell, dass aktuell kein Stein auf dem anderen bleibt. Für wichtige Schlüsselrollen in den obersten Etagen sind die Würfel nun gefallen.

Mit seinem Pensionsantritt im vergangenen Juli hat der langjährige Chef der nö. Landesverkehrsabteilung (LVA), Generalmajor Ferdinand Zuser, das Rennen um den begehrten Spitzenjob an der Spitze von 450 Beamten eröffnet. Ihnen obliegt die gesamte Verkehrsüberwachung im Bundesland, dazu zählen die Schwerpunktkontrollen gegen Raser, Roadrunner oder lärmende Biker auf den beliebten Motorradstrecken. Das Rennen um Zusers Nachfolge hat einer seiner beiden Stellvertreter gemacht.

Kommission

Willy Konrath (61) wurde von der Begutachtungskommission im Innenministerium mit im „höchsten Maß“ geeignet bewertet. Er hat sich damit gegen drei Gegenkandidaten durchgesetzt. „Das Gutachten der Kommission ist am Mittwoch bei uns eingelangt. Ich habe selbstverständlich dieser Empfehlung zu folgen und die betroffenen Personen darüber informiert“, erklärt Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Popp. Der Ernennungsvorschlag muss nun vom Innenministerium, dem Ministerium für Kunst, Kultur und öffentlichen Dienst (BMKÖS) sowie von Bundespräsident Alexander Van der Bellen abgesegnet werden.

Konrath gilt in Polizeikreisen als „alter Hase“, er trägt seit 1986 Uniform. Der 61-Jährige war lange Stellvertreter von Zuser, ließ sich aber zwei Jahre lang dienstfrei stellen und wechselte als Chefausbilder im Sommer 2019 zum Landesfeuerwehrverband. Heuer kehrte er zur Polizei zurück.

Laut Popp gibt es darüber hinaus noch andere Veränderungen, die der Start der neuen Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) mit 1. Dezember notwendig gemacht hat. Einige Top-Beamte haben Niederösterreich in Richtung DSN nach Wien verlassen.

Deshalb wechselt der bisherige stellvertretende Leiter des nö. Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Rupert Schoißwohl, an die Spitze der Einsatzabteilung der Landespolizeidirektion.

Der wohl prominenteste Abgang ist aber sicherlich jener des neuen DSN-Direktors, Omar Haijawi-Pirchner. Mit seinem Wechsel an die Spitze des Staatsschutzes ist der Chefsessel im niederösterreichischen Landeskriminalamt (LKA) vakant geworden, die Stelle ist seit Monaten unbesetzt. Zuletzt hat Haijawi-Pirchner an der Neuausrichtung der DSN mitgearbeitet, offiziell startete der neue Staatsschutz diese Woche mit 1. Dezember. Die Position des LKA-Leiters ist daher auch noch nicht ausgeschrieben, dies soll aber noch im Dezember erfolgen. Es werden bereits mehrere Namen aus Wien und Niederösterreich als Kandidaten gehandelt.

Offen ist noch, wer zweithöchster Polizist oder Polizistin im Bundesland hinter Popp wird. Es geht um die Führung von 4.500 Beamten. Die Bewerbungsfrist für die Stelle des stellvertretenden Landespolizeidirektors läuft noch. Als aussichtsreiche Kandidatin wird die Leiterin der Fremden- und Grenzpolizei, Andrea Fukac, genannt. Fest steht, dass der (die) Nachfolger(in) von Rudolf Slamanig ein abgeschlossenes Jus-Studium vorweisen muss. Dies hat das Ministerium für Kunst, Kultur und öffentlichen Dienst so entschieden.

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