© Katharina Zach

Chronik Niederösterreich
01/12/2021

Perchtoldsdorf: Anrainerkampf dem Schleichweg

Die Bewohner der Rembrandtgasse fordern endlich eine Verkehrsberuhigung für ihre Gasse. Schwellen und Einbahnen wären ihnen am Liebsten.

von Katharina Zach

Der Ärger ist groß. „Wir kommen uns wirklich wie Bürger zweiter Klasse vor“, sagt Gerald S. Was die Anrainer der Perchtoldsdorfer Rembrandtgasse erzürnt: Sie sind Anwohner eines Schleichwegs, der die Ketzergasse in Liesing schneller mit der A21 verbindet. Ideal, um dem täglichen Stau auf der überlasteten B12 zu entkommen.

Der Verkehr, auch der Schwerverkehr, habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, sagt Anrainer John H. Rund 3.000 Fahrzeuge pro Tag nutzen die Gasse. Viele fahren zu schnell, manche hupen sogar aufgrund des Rechtsvorrangs.

Schwellen verschwanden

Nahezu alle der 66 Haushalte haben sich nun zur "Interessensgemeinschaft Rembrandtgasse" zusammengeschlossen sowie Unterschriften gesammelt und fordern dringend eine Verkehrsberuhigung in ihrer Straße, in der auch ein Spielplatz liegt. Da nun die Einbahn der Industriestraße wieder in Richtung Norden gedreht wurde, befürchten sie gerade am Abend weitere Belastungen.

Dabei hatte es bis 2019 eine Lösung gegeben: Schwellen, die nach den ersten Anrainerprotesten in den 80er Jahren errichtet wurden und den Abschneider unattraktiver machten.

Doch 2019 wurden diese im Zuge der Neuasphaltierung der Straße nahezu entfernt. Unverständlich für die Anrainer. Sie fordern, dass die Schwellen wieder erhöht werden und an beiden Enden der Gasse gegenläufige Einbahnen errichtet werden. „Etwas, was seit 30 Jahren von Experten vorgeschlagen wird“, sagt Anrainer H.

Wenig Möglichkeiten

Bei der Gemeinde ist das Anliegen bekannt, doch will man nicht zu große Hoffnungen schüren. „Es ist allgemein eine schwierige Situation“, sagt Vizebürgermeister und Verkehrgemeinderat Christian Apl (Grüne). Die B12 sei am Limit, es müsse der Individualverkehr generell reduziert werden. Denn: 70 Prozent des Verkehrs sei Anrainerverkehr.

Der Forderung nach Schwellen und Einbahn erteilt er eine Absage. Erstere könne man zwar theoretisch machen, seien bei Verkehrsplanungen aber nicht mehr aktuell, da sie für Rettungsorganisationen ein Problem darstellen. Und bei der Einbahnregelung gebe es Proteste aus umliegenden Siedlungen.

Baumscheiben als Hilfe

Dass etwas getan werden muss, ist den Verantwortlichen bewusst. Im Mobilitätskonzept 2030 sind etwa große Baumscheiben vorgesehen, die die Straße verengen sollen. Allerdings, wie die Anrainer beklagen, ohne konkreten Zeitplan was die dringend notwendige Errichtung betrifft. Zwei Stück sind im Dezember jedenfalls gebaut worden. „Wir wollen weitere bauen, aber das hängt vom Budget ab“, sagt Apl. Nun wolle man schauen, ob die erste Fahrbahnverschwenkung schon Verbesserungen bringt.

Die Anrainer bezweifeln das. Sie wollen weiter kämpfen.

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