© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
01/12/2021

Großmutter in NÖ ermordet: 19 Jahre Haft nach Neuaufrollung

Wegen eines Rechenfehlers kippte das Höchstgericht die Haftstrafe. Am Dienstag wurde in Wiener Neustadt neu verhandelt.

von Patrick Wammerl

Weil er seine 75-jährige Großmutter auf abscheuliche Art und Weise getötet hat, musste sich ihr 30-jähriger Enkel am Dienstag bereits zum zweiten Mal vor dem Geschworenengericht in Wiener Neustadt verantworten. Der Oberste Gerichtshof hatte den Schuldspruch im Vorjahr zwar bestätigt, wegen eines Rechenfehlers allerdings die verhängte Freiheitsstrafe von 20 Jahren aufgehoben.

Denn zum Strafmaß hätten noch vier Monate einer früheren bedingten Strafe dazugerechnet werden müssen. Das hätte allerdings das höchstzulässige Strafmaß überschritten. Deshalb musste nun erneut verhandelt werden. Das Urteil lautet diesmal auf 19 Jahre Haft . 

Oma in ihrem Haus erstochen

Maria P. war in der Nacht auf den 23. März 2019 in ihrem Haus in Grafenbach im Bezirk Neunkirchen, niedergeschlagen, gewürgt und mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. In der folgenden Nacht wurde ihr Enkelsohn im Bezirk Baden festgenommen. Seine DNA fand sich auf der Leiche, den Tatwerkzeugen und fast überall im Haus. Markus H. wurde daraufhin im Dezember 2019 wegen  Mordes verurteilt und zudem in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

Dem psychiatrischen Gutachten des Sachverständigen Manfred Walzl zur Folge leidet der 30-jährige an einer massiven Persönlichkeitsstörung sowie an einer paranoiden Schizophrenie. Durch den massiven Konsum von LSD und anderen Suchtmitteln handelte es sich bei dem Täter um eine drogeninduzierte Psychose.  „Immer wenn ich was geschluckt habe, hat es mir den Kuckuck rausgehaut“, berichtete Markus H. über seine unkontrollierbaren Wutanfälle. Dies sei nun anders, sagt sein Anwalt Florian Höllwarth.

In der Haft habe sich sein geistiger Zustand durch die Verabreichung der richtigen Medikamente und den Drogenentzug verbessert, hieß es am Dienstag vor Gericht. Auch Walzl bestätigte, dass sich die Aggressionszustände durch den Verzicht auf Drogen bessern.

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