© Patrick Wammerl

Chronik Niederösterreich
04/10/2020

Osterwochenende: "Aktion scharf" gegen Motorradfahrer

Normalerweise ist es eines der blutigsten Wochenenden auf den Straßen, auch jetzt werden Biker-Routen kontrolliert.

von Patrick Wammerl, Johannes Weichhart

Für gewöhnlich ist es eines der blutigsten und unfallträchtigsten Wochenenden auf Österreichs Straßen. Im Vorjahr wurden zwischen Karfreitag und Ostermontag 406 Verkehrsunfälle mit Personenschaden gezählt. 491 Personen wurden dabei verletzt, sieben kamen ums Leben.

Doch heuer, in der Corona-Krise, ist alles anders. Aufgrund der Grenzschließungen und der Ausgangsbeschränkungen fällt der Reiseverkehr vollkommen weg. Die Polizei rechnet mit einem Verkehrsrückgang um gut zwei Drittel. Doch zu tun gibt es trotzdem genug auf den Straßen. Wie die vergangenen 14 Tage gezeigt haben, nimmt die Undiszipliniertheit stark zu – vor allem auf derzeit eher schwach frequentierten Straßen. „Der Anteil derjenigen, die aufs Gas steigen und deutlich zu schnell unterwegs sind, ist massiv gestiegen“, sagt der Leiter der nö. Verkehrsabteilung, Ferdinand Zuser.

Zuletzt gab es laut Zuser bei Schwerpunktkontrollen auf Niederösterreichs Straßen alarmierende Zahlen: Auf der B10 im Gemeindegebiet von Schwechat im Bezirk Bruck an der Leitha wurden innerhalb von drei Stunden insgesamt 736 Fahrzeuge gemessen. 76 Fahrzeuglenker hatten das erlaubte Limit von 70 km/h auf dem Abschnitt deutlich überschritten. Der Schnellste wurde mit Tempo 160 geblitzt.

Die spannendste Frage für die Verkehrsabteilungen ist vor Ostern allerdings, wie es die Motorradlenker mit den Ausgangsbeschränkungen halten und ob auf den klassischen Schönwetterrouten wieder Ausnahmezustand herrschen wird.

Beschwerden

Schon in den Tagen vor dem Osterfest waren viele Biker unterwegs, berichtet Reinhard Hagen, Bürgermeister von Kleinzell in Niederösterreich. Im Gemeindegebiet befindet sich die „Kalte Kuchl“, eine Strecke, die bei Motorradfahrern sehr beliebt ist. „Seit zwei Wochen häufen sich bei mir die Beschwerden“, berichtet der Ortschef. „Viele Bürger sind verärgert darüber, dass sie aufgrund der Maßnahmen daheim bleiben, aber vor ihren Fenstern die Biker vorbeifahren“, sagt Hagen.

„Grundsätzlich ist Motorradfahren nicht verboten“, erklärt Zuser. Allerdings sollte das Haus nur für berufliche Tätigkeiten, dringende Besorgungen, Hilfsleistungen oder zum Spazierengehen verlassen werden. Wer also in der Kalten Kuchl oder auf einer der anderen beliebten Strecken nur zum Spaß am Gasgriff dreht, bewegt sich im illegalen Bereich.

„Wir werden über das Osterwochenende sehr präsent sein und uns die Situation ganz genau ansehen. Es wird Überwachungsmaßnahmen geben“, betont Zuser. Gerade was das Tempo anbelangt. Denn mit dem erhöhten Aufkommen des Motorradverkehrs steigt auch das Unfallrisiko. 

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