Polleres mit Trainer Adi Zeltner

© Privat

Chronik Niederösterreich
07/30/2021

Olympische Kaderschmiede: Wo Judoka Michi Polleres groß wurde

Als Achtjährige trat Polleres dem Judoclub Wimpassing bei – und gewann bald jeden Titel, „den es zu holen gab".

von Patrick Wammerl, Caroline Ferstl

Geradezu unscheinbar liegt die 1.598 Einwohner-Gemeinde Wimpassing im idyllischen Schwarzatale im Bezirk Neunkirchen. Was man ihr auf den ersten Blick nicht ansieht: Hier ist die österreichische Kaderschmiede des japanischen Kampfsports beheimatet. Der Judoclub Wimpassing glänzt seit dieser Woche im olympischen Silber. Vorzeige-Athletin Michaela Polleres hat den bisher wohl größten Erfolg für den Wimpassinger Verein erkämpft.

Keine Überraschung

Polleres’ silberner Sieg in der Gewichtsklasse bis 70 Kilo sorgte für Jubel, überraschend kam er für Vereinsobmann Erwin Häring aber nicht: „Im Nachhinein lässt sich das natürlich leicht sagen, aber ich habe von Anfang an gesagt, dass ein Stockerlplatz für sie drinnen sein wird. Dass sie jetzt sogar Silber geholt hat, ist natürlich ein Wahnsinn.“ Erst Ende Juni überzeugte die 24-Jährige bei der Judo-Weltmeisterschaft in Budapest mit einer starken Leistung und kam mit der Bronzemedaille nach Hause – es war die erste Judomedaille für Österreich seit elf Jahren.

Trainer Adi Zeltner ist mindestens genauso stolz wie der Obmann: Seit Michaela Polleres acht Jahre alt ist, lehrte er der Sportlerin jeden Wurf, jeden Griff und somit zu siegen.

Anfangs noch ein wenig zögerlich und ängstlich, entdeckte die damals Achtjährige bald ihre Liebe zu dem Sport.

Alles abgeräumt

Sie holte schon als Kind „alle Titel, die es zu holen gab“, erzählt Häring. Sie stieg relativ bald ins Nationalteam auf. Polleres absolvierte die HTL Mödling, maturierte in Innenarchitektur, und ist mittlerweile Heeressportlerin. Vor zwei Wochen feierte sie ihren 24. Geburtstag. „Michi kann in der Weltspitze jede Gegnerin schlagen. Sie ist eine der wenigen Kämpferinnen, die jeden Wurf rechts wie links gleich gut kann“, traut ihr Zeltner noch eine große Karriere zu.

Die Familie der 24-Jährigen ist überglücklich über die Olympia-Silberne. Am Finaltag drückten alle vor dem Fernseher die Daumen. Zur Rückkehr am Wochenende ist ein großes Fest geplant.

Das Abschneiden bei den Olympischen Spielen hat einmal mehr die Vormachtstellung des Judoclub Wimpassing in der Sportart demonstriert.

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