Polleres hat es geschafft: Österreich gewinnt erstmals seit 2010 eine Judo-WM-Medaille 

© APA/AFP/ATTILA KISBENEDEK

Sport
06/10/2021

Bronze für Michaela Polleres bei der Judo-WM in Budapest

Die Niederösterreicherin besiegte im Kampf um Platz drei die Irin Megan Fletcher.

Österreich gewann am Donnerstagabend die erste WM-Medaille im Judo seit 2010 (Bronze durch Sabrina Filzmoser): Michaela Polleres holte in der Klasse bis 70 Kilogramm in Budapest Bronze nach einem Sieg mit Ippon gegen Megan Fletcher aus Irland.

Die als Nummer 4 gesetzte Niederösterreicherin musste nur eine Niederlage hinnehmen, im Semifinale gegen die Kroatin Barbara Matic (nach 7:37 Min. im Golden Score, Waza-ari nach Uchi-mata), die sich später zur Weltmeisterin kürte.

"Michaela war den ganzen Tag über in toller Form, sie hat sehr stark gekämpft. Sie war reif für Edelmetall", sagte ÖJV-Sportdirektor Markus Moser.

Starke Form

Es war ein Tag ganz nach dem Geschmack der rot-weiß-roten Delegation: Michaela Polleres präsentierte sich von Beginn an in ausgezeichneter Verfassung. Die 23-Jährige setzte sich nach einem Freilos gegen die Olympia-Fünfte von Rio Maria Bernabéu (ESP) nach 2:08 Minuten Kampfzeit mit Ippon durch (O uchi gari). Es war im fünften Duell mit der um 10 Jahre älteren Spanierin der fünfte Sieg.

Auch in Runde 3 gewann Polleres nach 56 Sekunden gegen Kim Seongyeon (KOR), im Viertelfinale gab's gegen Aoife Coughlan (AUS) einen Erfolg nach 2:49 Sekunden Kampfzeit (Würgetechnik). 

Im Duell um Bronze gab Michaela Polleres gegen Megan Fletcher (IRL) von Anfang an den Ton an. Ein Festhaltegriff brachte schließlich nach 3:26 Minuten die Entscheidung.

"Mein absoluter Karrierehöhepunkt"

Polleres war "unglaublich erleichtert" nach dem ersten Judo-Medaillengewinn für Österreich seit 2010: "Das begann mit der Auslosung, dass ich diesmal endlich nicht Pogacnik zugelost bekam. Der Sieg im Kampf um Bronze fühlt sich jetzt richtig gut an. Das ist natürlich mein absoluter Karrierehöhepunkt."

Auch bei Cheftrainerin Yvonne Bönisch fiel eine Last ab. "Ich bin froh, dass diese Serie ohne Medaille seit 2010 endlich ein Ende hat. Das war ein Team-Effort, von Heimtrainer Adi Zeltner und unserem ÖJV-Trainerstab, die Michaela nach den letzten Niederlagen wieder aufgebaut haben. Dass sie es kann, wussten alle."

Und Sabrina Filzmoser lobte: "Toll, was Michaela da geglückt ist. Sie hat sich die Bronzemedaille wirklich verdient. Sie war heute extrem stark. Und ich bin froh, dass ich jetzt nicht mehr die letzte ÖJV-Medaillengewinnerin bin."

Und auch abseits der Matte konnte Team Austria punkten: Sabrina Filzmoser wurde am Donnerstag zur Vorsitzenden der Athletenkommission des Judo-Weltverbandes gewählt.

GOLD (4):   1980 New York        Edith Hrovat (bis 52 kg)
                                 Gerda Winklbauer (bis 56 kg)
                                 Edith Simon (bis 66 kg)
            1985 Seoul           Peter Seisenbacher (bis 86 kg)

SILBER (2): 1984 Wien            Edith Hrovat (bis 52 kg)
            2005 Kairo           Ludwig Paischer (bis 60 kg)

BRONZE (9): 1982 Paris           Karin Posch (bis 72 kg)
            1984 Wien            Gerda Winklbauer (bis 56 kg)
            1987 Essen           Roswitha Hartl (bis 66 kg)
            1995 Tokio           Patrick Reiter (bis 78 kg)
            1997 Paris           Patrick Reiter (bis 78 kg)
            2005 Kairo           Sabrina Filzmoser (bis 57 kg)
            2007 Rio de Janeiro  Ludwig Paischer (bis 60 kg)
            2010 Tokio           Sabrina Filzmoser (bis 57 kg)
            2021 Budapest        Michaela Polleres (bis 70 kg)
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