© Foschum Markus

Chronik Niederösterreich
02/14/2022

Ohne Fahrschein kein Parkplatz: ÖBB kontrolliert Parkdecks mit Kameras

Einige ÖBB-Parkdecks im Wiener Umland bekommen Video-Zufahrtssysteme. Gratisparken dann nur mit gültigem Ticket möglich.

von Markus Foschum

Gut gefüllt, so präsentiert sich das Parkdeck beim Badener Bahnhof allmorgendlich. Doch dafür sorgt nicht nur der große Zuspruch, den die Fahrt in die Arbeit mit den Öffis genießt. Ein nicht so kleiner Teil der Nutzer fährt nicht Bahn – und stellt seinen fahrbaren Untersatz doch im Park-&-Ride-Deck ab.

Weil Parken dort, in Baden in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt mit Fußgängerzone, nicht nur praktisch und überdacht, sondern auch gratis ist. Zuwachs erhielten die „Schwarzparker“ durch die jüngste Reform der Badener Parkordnung. Das ÖBB-Deck wurde zur kostenfreien Insel inmitten einer gebührenpflichtigen Park-Zone. Doch damit soll jetzt Schluss sein.

Kennzeichenerfassung gegen "Schwarzparker"

Und nicht nur in Baden. Wie die ÖBB dem KURIER auf Anfrage mitteilten, sind unter den ersten Standorten, die noch im Frühjahr mit einem Kontrollsystem ausgestattet werden sollen neben Baden auch die Parkdecks in Hollabrunn, Wiener Neustadt, Korneuburg und Klosterneuburg-Kierling.

„Für das Parkdeck Baden ist ein schrankenloses Zufahrtssystem geplant, das die Kennzeichen der ein- und ausfahrenden Autos per Video erfasst. Um kostenlos parken zu können, müssen Pendlerinnen und Pendler an der Ausfahrtssäule ein gültiges Ticket scannen“, heißt es dazu von den ÖBB. Und weiter: „Das gleiche System ist auch für weitere, stark frequentierte Standorte im Einzugsgebiet von Wien vorgesehen.“

Dort wird bekannterweise mit 1. März die gesamte Stadt zur gebührenpflichtigen Kurzparkzone. Zeitlich unbegrenzt parken dürfen nur mehr Besitzer eines Parkpickerls und das gibt es nur in Kombination mit einem Hauptwohnsitz in Wien. Für viele Pendler aus NÖ (von insgesamt 200.000 täglich fahren mehr als 145.000 mit dem Auto) brechen damit neue Zeiten an.

Vereinfachung für Jahreskartenbesitzer

Nicht nur aber auch deshalb wollen die ÖBB ihre Park-&-Ride-Anlagen mit derzeit rund 42.000 Pkw- und 23.700 Zweiradstellplätzen in NÖ für Bahnkunden freihalten. Das nun eingesetzte Zufahrtsystem mit Kameraerfassung kommt ohne Schranken aus. Der Vorteil: Man muss sich nicht erst eine Ausfahrtskarte holen, sondern den gültigen Fahrschein-Code nur am Scanner bei der Ausfahrtssäule einlesen.

Wer eine Wochen-, Monats- oder Jahreskarte, besitzt, muss dies sogar nur bei der ersten Ausfahrt machen. Wer ohne Ticket parkt, wird kräftig zur Kasse gebeten – 50 Euro pro angefangenem Tag.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare