Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dankte bei der Umfahrungseröffnung den Mitgliedern der Staßenmeistereien

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Niederösterreich
06/11/2021

Neue Umfahrung entlastet Stadt um 8.000 Autos täglich

80 Millionen Euro, 340.000 Arbeitsstunden: Umfahrung Wieselburg für den Verkehr freigegeben

von Wolfgang Atzenhofer

Anders als beim Spatenstich im Februar 2008 säumten bei der gestrigen Eröffnung der Umfahrung Wieselburg (Bezirk Scheibbs) keine Demonstranten die kleine Schar an Festgästen. Mit der 80 Millionen Euro teuren und 8,4 Kilometer langen Strecke wurde das aktuell größte Straßenprojekt in NÖ nach sechs Jahrzehnten Vorlaufzeit abgeschlossen. Einsprüche und Proteste machten den Bau aber auch zu einem der umkämpftesten Straßenstücke in Niederösterreich.

Ein sensationelles Projekt durch das die Bürger, 3.000 Betriebe mit 12.000 Beschäftigten sowie der Tourismus in der Region Ötscher, Hochkar und Lunz einen Mehrwert hätten, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Eine "never ending story" habe ein "happy end" gefunden, sagte sie. Effektiv gebaut wurde fünf Jahre lang. Zahlreiche Einsprüche und Verhandlungen durch die Instanzen hatten das Projekt in die Länge gezogen. Die Hälfte der täglich 16.000 Fahrzeuge in der Wieselburger City würden wegfallen, sagte Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). In der UVP-Verhandlung habe man strenge Auflagen für das Projekt erhalten, die alle erfüllt seien, sagte Schleritzko.Täglich mussten rund 14.000 Pkw und 2.000 Lkw in der Stadt bewältigt werden. Für Lkw wurde nun ein Durchfahrtsverbot verhängt.

Lebensqualität

Für die vier von der Umfahrung betroffenen Gemeinden nahmen Bürgermeister Josef Leitner (SPÖ) für Wieselburg und Karl Gerstl (ÖVP) für Wieselburg-Land Stellung. In der Stadt bereite man sich auf eine bessere Lebensqualität vor, sagte Leitner. Man rechne nicht, dass sich der Verkehr sofort massiv verlagere. Die Umfahrung biete viele Chancen. Ein Radwegprojekt unter den Umlandgemeinden sei im Gespräch. Auch weitere Betriebsansiedelungen bekämen eine Chance. Gerstl wünschte sie, dass die erhofften Verbesserungen für die Bevölkerung rasch spürbar würden und dass sich die Anrainer rasch an das Straßenbauwerk gewöhnen. Das Informationsmanagement durch den NÖ Straßenbau während der Bauarbeiten nannte Gerstl als sensationell.

62.000 Tonnen Asphalt

Imposante Zahlen zum Bau präsentierte NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker: 17 Brücken wurden errichtet, 900.000 m³ Schüttmaterial bewegt, mit 62.000 Tonnen Asphalt wurden 138.000 Quadratmeter Straßenfläche geschaffen, außerdem wurden 21 km Rohre zur Entwässerung verlegt. Auf die Panne im Vorjahr, als ohne Vorwarnung eine Brücke auf der Umfahrungsstrecke ein brach, habe man rasch reagieren können, erklärte Decker. Herbert Weier von der ARGE, die den Bau abwickelte, war dankbar, dass sich bei 340.000 geleisteten Arbeitsstunden keine nennenswerten Unfälle mit menschlichen Leid ereignet hatten.

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