400 Patienten wurden bisher behandelt

© Foto T. Kaestenbauer, www.emilem/Kästenbauer/Ettl

Chronik Niederösterreich
07/24/2019

Neue Therapie und Hoffnung im Krebszentrum

MedAustron in Wiener Neustadt schafft Durchbruch bei Bestrahlung mit Kohlenstoffionen.

von Patrick Wammerl

Für viele Krebspatienten ist es der letzte Hoffnungsschimmer. Dementsprechend groß ist die Begeisterung über einen neuen Durchbruch bei der Behandlung im Krebsforschungszentrum MedAustron in Wiener Neustadt. Zweieinhalb Jahre nach dem Start der Behandlung mit speziellen Protonen ist MedAustron nun weltweit eines von nur sechs Zentren für die Bestrahlung mit Kohlenstoffionen.

Der ärztliche Direktor des Instituts, Eugen Hug, und Ionentherapie-Spezialist Piero Fossati bringen die Vorteile der neuen Therapieform auf den Punkt. „Wir können Krebs noch immer nicht ganz heilen. Aber mit Hilfe der Technologie sind wir sehr weit fortgeschritten. Kohlenstoffionen entwickeln eine wesentlich höhere biologische Wirksamkeit im Tumor“.

Punktgenau

Das bedeutet, dass Krebsgeschwüre punktgenau bestrahlt werden können, ohne dass dabei umliegendes Gewebe zerstört wird.

Die neue Therapieform kommt vor allem dort zum Einsatz, wo chirurgische Eingriffe mit dem Skalpell nicht möglich sind. Etwa bei komplizierten Karzinomen an der Bauchspeicheldrüse, oder in der Nähe von lebenswichtigen Blutgefäßen und Organen. Im täglichen Ablauf der Behandlungen macht es für die Patienten keinen Unterschied, ob sie mit Protonen oder Kohlenstoffionen behandelt werden. Die Bestrahlung erfolgt meist an fünf Tagen der Woche über mehrere Wochen. Seit dem Start von MedAustron vor zweieinhalb Jahren wurden bisher 400 Patienten mit insgesamt 12.000 Einzelbestrahlungen behandelt.

Streit um die Kosten

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und langen Verhandlungen mit der Sozialversicherungsanstalt bezüglich der Bezahlung der Therapie ist mittlerweile die Behandlung mittels E-Card möglich, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei ihrem Besuch am Dienstag.

Laut MedAustron-Aufsichtsrat und Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt, Klaus Schneeberger, ist das Krebszentrum eine nö. Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Bereits 1998 förderten das Land und die Stadt Wiener Neustadt eine Studie samt Entwicklungsplan mit damals 60 Millionen Schilling. Später übernahm das Land Haftungen im Wert von 290 Millionen Euro, 2011 wurde mit dem Bau begonnen. Dass man jetzt mit dem Einsatz von Kohlenstoffionen das geschafft habe, woran die USA seit 15 Jahren arbeiten, erfülle alle Beteiligten mit Stolz.

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