Die Spezialeinheit Cobra bereitete einen Zugriff an der Wohnadresse des Mannes vor

© Lenger Thomas

Chronik Niederösterreich
03/28/2021

Mord in NÖ: Frau und Tochter erschossen, Ex-Partner hat sich gestellt

Spaziergänger fanden die Leichen der 29-jährigen Frau und ihrer vierjährigen Tochter in einem Auto. Der Ex-Partner hat sich mittlerweile gestellt.

von Patrick Wammerl

Ein blutiges Ende hat am Sonntag ein mutmaßlicher Beziehungsstreit im Bezirk Mistelbach genommen. Zwischen Wilfersdorf und Eibesthal haben Spaziergänger neben einem Feldweg eine grauenvolle Entdeckung gemacht. Bei einem Windschutzgürtel wurden sie auf ein abgestelltes Fahrzeug am Wegrand aufmerksam.

In dem roten Pkw lagen die Leichen der 29-jährigen Melanie K. und ihrer vierjährigen Tochter. Alle Rettungsversuche waren vergeblich. Die Toten wiesen laut Polizei Schussverletzungen auf. Da am Tatort selbst aber keine Waffe gefunden wurde, verdichteten sich rasch Hinweise auf eine mögliche Bluttat.

Ex-Partner hat sich gestellt 

Ins Visier der Ermittler war der 59-jährige Ex-Partner des Opfers geraten. Er hatte sich noch am Abend auf der Polizeiinspektion Horn gestellt. Seine Einvernahme dauerte an.

Der Ex-Partner hatte mit der um etwa 30 Jahre jüngeren Frau eine jahrelange Beziehung. Die vierjährige Tochter stammt ebenfalls aus der Ehe. Nach heftigen Beziehungsproblemen hatte sich das Paar aber erst kürzlich getrennt.

Er ist aus der gemeinsamen Wohnung in Neusiedl an der Zaya im Bezirk Gänserndorf ausgezogen und lebte zuletzt alleine in einer Wohnung in Mistelbach. Er dürfte die Trennung nicht verkraftet haben. Es soll deshalb immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Da der Ex-Mann des Opfers von der Polizei telefonisch nicht erreicht werden konnte, wurde eine groß angelegte Fahndung nach ihm aufgezogen.

Tatverdächtiger ist Waffenbesitzer

Der Mann gilt als Schusswaffenbesitzer. „Deshalb ist größte Vorsicht beim Einschreiten geboten“, erklärt die Polizei. Mit ein Grund, warum auch Kräfte der Sondereinheit Cobra hinzugezogen wurden. Die Eliteeinheit rückte aus ihren Einsatzzentralen in Wien und Wiener Neustadt nicht nur mit den üblichen Zivilfahrzeugen, sondern auch mit schwerem Gerät an. Der blaue Panzerwagen „Survivor“  wurde nach dem Amoklauf in Annaberg (NÖ) angeschafft.

Im September 2013 hatte ein Jäger und Wilderer drei Polizisten und einen Sanitäter erschossen und später auf seinem Anwesen die Cobra mit einem großkalibrigen Jagdgewehr unter Beschuss genommen. Nur durch Glück gab es damals keine weiteren Opfer zu beklagen. Als Folge dieses Ereignisses wurde bei der Ausrüstung der Spezialkräfte deutlich nachgebessert. „Der Panzerwagen hält auch durchschlagskräftige Kaliber ab. Wenn Langwaffen im Spiel sind, kommt daher der Survivor  zum Einsatz“, erklärt ein Sprecher der Cobra.

Hubschrauber war im Einsatz 

Auch ein Hubschrauber des Innenministeriums war in die Suche eingebunden. Die Spezialeinheit stürmte am Nachmittag die Wohnung des Verdächtigen in Mistelbach. Er war aber weder dort, noch an der Wohnadresse des Opfers in Neusiedl an der Zaya anzutreffen.

Den Fahndern gelang es schließlich, das Mobiltelefon des Ex-Partners im Bezirk Horn zu orten. Die Einsatzkräfte wurden in den Bereich verlegt.

Indes begannen die Tatort- und Mordermittler des niederösterreichischen Landeskriminalamtes mit ihren Erhebungen. Am Fundort der beiden Leichen wurden im Fahrzeug der Frau verwertbare Spuren gesichert. Eine Obduktion soll nun die genauen Todesumstände klären.

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