Moderne Schieß-Trainingszentren für die Polizei

Moderne Schieß-Trainingszentren für die Polizei
Erste Anlage dieser Art in Niederösterreich wird für acht Millionen Euro in Traiskirchen errichtet. Andere Bundesländer folgen.

Vier Mal im Jahr müssen die knapp 30.000 Polizeibeamten in Österreich zum verpflichtenden Schießtraining. Da die meisten Einsatztrainingszentren weder den modernen Standards entsprechen, noch eine ausreichende Zahl in Österreich vorhanden ist, werden im gesamten Bundesgebiet neue Standorte gebaut. Am Mittwoch war direkt neben der Sicherheitsakademie (SIAK) in Traiskirchen im Bezirk Baden Spatenstich für ein neues, rund 2.800 großes Polizei-Trainingszentrum. Im Auftrag des Innenministeriums errichtet die Austrian Real Estate (ARE) als Immobiliengesellschaft des Bundes das acht Millionen Euro teure Projekt. Eine ähnliche Anlage wird seit Kurzem auch in Vorarlberg gebaut, jene in Oberösterreich soll noch heuer eröffnet werden. Weitere Einsatztrainingszentren in St. Pölten, Tirol, Kärnten und der Steiermark sind in Planung.

Laut dem Generalsekretär des Innenministeriums, Helmut Tomac, sei es allerhöchste Zeit gewesen, in die modernen Ausbildungs- und Schulungsstätten zu investieren. „Bisher haben wir uns mit Provisorien beholfen, für die es weite Strecken zurückzulegen galt.“ Damit Polizistinnen und Polizisten ihre Arbeit bestmöglich ausüben können, sei es notwendig auch heikle Situationen unter Stressbelastung und situationsangepasst trainieren zu können, meint Tomac.

Moderne Schieß-Trainingszentren für die Polizei

Grundsteinlegung am Mittwoch in Traiskirchen

Notlösungen

Bisher mussten die etwa 4.800 Polizeibeamten aus NÖ ihre Trainings in veralteten Anlagen in Wien-Süßenbrunn, Schwechat oder Leobersdorf absolvieren. Nichts sei aber in Sachen Ausstattung und Qualität damit vergleichbar, was derzeit in Traiskirchen errichtet werde, hieß es beim Spatenstich. Neben Raumschießanlagen, die ein sicheres Training in einem geschlossenen Gebäude ermöglichen, wird das Zentrum über ein Übungsstiegenhaus und eine Anlage für das Taktiktraining verfügen. „Die Schießtrainer und Ausbilder können das gesamte Geschehen aus dem Obergeschoß verfolgen und eingreifen“, erklärt der Projektverantwortliche der ARE, Jochen Müller.

Besonders der Standort Traiskirchen bringe für die Polizeiausbildung in Niederösterreich enorme Vorteile, erklärt der stellvertretende Landespolizeidirektor, Rudolf Slamanig. Nur einen Steinwurf von dem neuen Trainingszentrum entfernt, werden in der Sicherheitsakademie die Polizistinnen und Polizisten von morgen ausgebildet. „Damit wird auch für sie die bestmögliche Aus- und Weiterbildung sichergestellt“, sagt der stellvertretende Leiter der SIAK, Generalmajor Thomas Schlesinger. Der Neubau soll im Herbst 2021 fertiggestellt sein und anschließend sofort in Betrieb gehen.

Moderne Schieß-Trainingszentren für die Polizei

Generalsekretär Helmut Tomac und Jochen Müller von der ARE

Laut Tomac werde es in den kommenden Wochen auch in Wien-Süßenbrunn zum Start einer Modernisierung der dortigen Schießanlage kommen. Eigensicherung sei die wichtigste Vorsorge und diese lasse sich in den neuen Trainingszentren bestens trainieren, so der Generalsekretär.

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