© Katharina Zach

Vösendorf
12/11/2020

Mistkübel und Wattestäbchen: Testlauf für den Massentest in Vösendorf

Freiwillige erhielten Donnerstagabend eine Einschulung. Für den IT-Notfall wurden Papier und Stifte vorbereitet

von Katharina Zach

Ernst schaut Anita Brunner in die Runde. „Das ist ganz wichtig, das Wattestäbchen darf an der Spitze nicht berührt werden“, erklärt die Gemeindeärztin und zeigt, wie man das Teststäbchen richtig aus seiner Verpackung befreit.

Es ist Donnerstagabend und in der Turnhalle der Volksschule Vösendorf werden 14 künftige Supervisors für ihre Aufgaben bei den Corona-Massentests am Samstag geschult. Wie funktioniert das Anmeldeprozedere, was muss beim Teststreifen beachtet werden (immer gerade halten). Anmeldung und Abstrichnehmen werden durchgespielt. Samstagfrüh werden sie ihr Wissen an die anderen freiwilligen Helfer weitergeben.

„Wir machen das, damit jeder weiß, welcher Handgriff zu tun ist“, erklärt Hannes Koza, Bürgermeister von Vösendorf (ÖVP). In den Gemeinden ist vor Teststart am Samstag die Nervosität hoch, die Vorbereitungen waren mit zwei Wochen sehr kurz, wie vielfach bemängelt wird. Wird nun alles funktionieren? Wie viele Menschen werden kommen?

Erneuter Testaufruf

Bis Donnerstagmittag hatten sich rund 360.000 Niederösterreicher angemeldet. 23,5 Prozent der mehr als 1,5 Millionen Berechtigten. "Machen Sie mit, retten Sie Menschenleben", rief Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) erneut zur Teilnahme auf. Mehr als 1.200 Teststraßen stehen bereit.

In Vösendorf sind es jeweils drei in der Volksschule und dem Kultursaal – doppelt so viele wie vorgeschrieben. Damit, hofft Koza, sollen keine Wartezeiten entstehen. Niemand soll länger als 15 Minuten in einem der Testcenter brauchen.

Anders als in anderen Gemeinden gibt es in Vösendorf keine zugewiesenen Zeitfenster, stattdessen die Bürger nach nächstgelegenem Testcenter, Tagen und Uhrzeit (Vormittag oder Nachmittag) aufgeteilt. So sollen sie flexibler sein.

Informationsbedarf

Die Massentests stehen und fallen jedenfalls mit den Freiwilligen. Rund 100 engagieren sich in Vösendorf, landesweit sind es rund 20.000. Nicht nur Gemeindemitarbeiter, Bürger, Ärzte, Krankenschwestern, sondern auch 6.000 Feuerwehrleute, 460 Mitglieder vom Samariterbund und 1.000 vom Roten Kreuz. Abstriche dürfen nur Sanitäter oder medizinisches Personal nehmen.

Es sei herausfordernd gewesen, die Freiwilligen zu finden, sagt Koza. Der Informationsbedarf ist – trotz Schulungsvideos – enorm. „Was ist, wenn jemand von einer anderen Gemeinde kommt“, will jemand bei der Einschulung wissen.

Beim Probelauf offenbaren sich dann Details, die nun rechtzeitig nachgebessert werden können. Etwa, dass es zwei Mistkübel bei der „Abstrich-Station“ brauche. Heute sollen noch welche angeschafft werden.

Für viele Freiwillige war es ganz klar, zu helfen. "Es ist eine neue Erkrankung und wenn keine Daten erhoben werden, hat man wissenschaftlich auch keine, auf die man zurückgreifen kann. Und natürlich ist es meine Heimatgemeinde", erklärt etwa Astrid Krainz ihr Engagement. An zwei Nachmittagen hilft sie mit. In der Turnhalle gibt Krainz bereitwillig eine der Testteilnehmerin. Bis Samstag, ist sie sicher, seien alle Helfer vorbereitet.

IT als "Unsicherheitsfaktor"

Bauchweh bereitet den Verantwortlichen die IT – wenn sich alle Gemeinden zeitgleich einloggen. Als "Unsicherheitsfaktor" bezeichnet derOrtschef die Software. In Vösendorf wurden dafür Papier und Stifte bereitgelegt.

Los gehen die Tests am Samstag um 8 Uhr. Eine Anmeldung wird empfohlen, ist aber auch vor Ort möglich. Testwillige müssen ihre E-Card, einen Ausweis und optimalerweise den Ausdruck der Anmeldung mitnehmen.

Alle Infos und Anmeldung unter: notrufnoe.com/testung

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