Baier (Mitte) wohnte dem ersehnten Impfstart bei

© Stadtgemeinde Schwechat

Chronik Niederösterreich
01/19/2021

Kritik an Impfung im Seniorenzentrum: Stadtchefin als Risikopatientin

Schwechats Bürgermeisterin Karin Baier ließ sich mit übrig gebliebenem Vakzin impfen. Sie ist allerdings chronisch krank - und wurde gefragt.

von Katharina Zach

Nachdem in mehreren Gemeinden Kritik laut wurde, dass Politikern überschüssige Vakzine verimpft wurden, traf es nun Schwechats Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ). Auch sie erhielt nach der Impfaktion im Seniorenzentrum am 14. Jänner eine Injektion mit einem übrig gebliebenen Impfstoff. Dass die Stadtchefin bereits gegen Covid-19 immunisiert wurde, machte in manchen Kreisen in Schwechat schnell die Runde.

"Ja, ich habe mich impfen lassen", sagt Baier zum KURIER. Doch dass dadurch älteren Menschen eine wichtige Impfdosis verwehrt worden wäre, verneint Baier vehement. Denn man sei nach den Vorgaben von Notruf 144 Niederösterreich vorgegangen, wonach übrig gebliebener Impfstoff unbedingt zu verimpfen sei. An Angehörige, Risikopatienten, Ärzte oder externe Dienstleister.

Chronisch krank

Und da falle sie, Baier, streng genommen darunter. Die Bürgermeisterin leidet seit 30 Jahren an einer chronischen Erkrankung und sei daher gefragt worden. Denn die SPÖ-Politikerin war zum Impftermin vor Ort, um sich selbst ein Bild vom Start der Aktion zu machen.

Die erste Wahl will sie dabei auch gar nicht gewesen sein. Tatsächlich betont Baier, seien alle der 148 Bewohner, Mitarbeiter und zwei Hausärzte, die gesund und willens waren, bereits geimpft worden.

Da man aber aus den bestellten 30 Flaschen statt der ursprünglich angenommenen fünf Dosen sechs Dosen herausbekam, seien 30 Injektionen übrig geblieben. "Die Hausärzte haben sogar noch Risikopatienten angerufen", betont Baier. Auch Angehörige wurden kontaktiert. Schließlich sei auch sie gefragt worden, da sie sich ebenfalls oft im Heim aufhalte "und gerade da war".

Spontan habe sie Ja gesagt, auch weil es ihr um die Vorbildwirkung gegangen sei. Vielleicht hätte sie jetzt anders entschieden, meint Baier. "Aus heutiger Sicht würde ich mir den Impfstoff wieder raussaugen lassen." Doch unrechtmäßig habe sie den Impfstoff nicht erhalten.

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