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Chronik Niederösterreich
01/29/2020

Kickl wurde ausgebootet: Flugpolizei auf Kurs Wiener Neustadt

Herbert Kickl hatte Projekt seines ÖVP-Vorgängers gestoppt, nun wird die Zentrale doch von Wien nach NÖ verlegt.

von Patrick Wammerl

Das 15 Millionen Euro teure Bauvorhaben war bereits beschlossene Sache, als Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) den Plänen seines schwarzen Vorgängers Wolfgang Sobotka einen Strich durch die Rechnung machte. Kickl hatte 2018 den Bau der neuen Einsatzzentrale der Flugpolizei am Gelände des Einsatzkommandos Cobra in Wiener Neustadt (NÖ) überraschend gestoppt. Offiziell, um die Reform der Flugpolizei neu zu bewerten, inoffiziell aus parteipolitischen Gründen. Kickl ignorierte sogar eine Studie, die sich eindeutig für Wiener Neustadt als besten Standort aussprach.

Mit zwei Jahren Verzögerung kommt die neue Flugeinsatzzentrale nun doch.

Wie auf Seite 214 des türkis-grünen Regierungsprogrammes zu lesen ist, wird die Zentrale, wie projektiert, vom dicht besiedelten Wohngebiet in Wien-Meidling nach Wiener Neustadt verlegt. Darauf haben sich die Regierungspartner geeinigt. Da der Architektenwettbewerb und alle Vorplanungen bereits seit 2018 abgeschlossen sind, soll noch heuer mit den Bauarbeiten am Cobra-Gelände begonnen werden.

Besonders wegen der Lärmbelästigung der Anrainer in Wien-Meidling war jahrelang nach einer Alternative für die Zentrale mit 45 Mann gesucht worden. Zusätzlich zu den Nachtflügen leiden die Anrainer unter der Situation, dass die Maschinen nach Reparatur- und Wartungsarbeiten bei voller Leistung minutenlang über dem Kasernengelände schweben müssen.

In einer Studie fiel die Wahl für den neuen Standort eindeutig auf Wiener Neustadt – Schwechat und Bad Vöslau als mögliche weitere Standorte hatten das Nachsehen. Es sind eine Reihe von Argumenten und Synergieeffekte, die für den Standort Wiener Neustadt sprechen, war auch der Leiter der Flugpolizei, Werner Senn, beim Spatenstich 2017 von der Verlegung überzeugt.

„Durch die Stationierung der Hubschrauber am Cobra-Gelände können Beamte der Antiterroreinheit im Krisenfall rasch mit dem Hubschrauber verlegt werden“, erklärt der Leiter der Direktion für Spezialeinheiten im Innenministerium, Bernhard Treibenreif.

Sperrgebiet

Das Gelände liegt abseits des bewohnten Gebietes neben dem Militärflugplatz. Damit ist kein Anflug über bebautes Gebiet nötig. Starts und Landungen erfolgen über polizeilichem Sperrgebiet.

Gebaut wird ein Hangar samt Pilotenschule und Wartungsbetrieb für mindestens acht Maschinen. Parallel dazu bleibt der Hubschrauber mit dem speziellen Infrarotsystem FLIR (Forward Looking InfraRed) für die Nachteinsatzflüge am Flughafen Schwechat stationiert. Kickl hatte den FLIR-Hubschrauber als Argument gegen Wiener Neustadt und für Schwechat herangezogen. Dabei war die Stationierung der 24-Stunden-Maschine in Schwechat bei dem Gesamtprojekt nie zur Diskussion gestanden, heißt es aus dem Innenministerium.

Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) registrierte mit Freude, dass der Bau der Flugeinsatzstelle im neuen Regierungsprogramm verankert ist. Schneeberger hatte damals zusammen mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner von Kickl „Pakttreue“ verlangt – vergebens.

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