An den Rechten des Stücks „Nussschale“ von Ian McEwan war auch das Burgtheater interessiert 

© Martin Schwanda

Chronik Niederösterreich
06/18/2021

Kasematten sicherten sich Uraufführung von Bestseller

Ian McEwans Roman „Nussschale" wird im Rahmen des Theaterfestivals Bloody Crown in Wiener Neustadt aufgeführt.

von Caroline Ferstl

Vor etwa drei Monaten galt Wiener Neustadt noch als Corona-Hotspot. Nun will die Stadt Kultur-Hotspot werden: Gelingen soll das mit dem Theaterfestival Bloody Crown, das von 15. September bis 17. Oktober 2021 die Kasematten bespielt – und zwar mit einer „Sensation“, wie Anna Maria Krassnigg die geplanten Stücke bei der Pressekonferenz nannte.

Keine international bekannte Institution wie die Berliner Schaubühne oder das Wiener Burgtheater hätten die Rechte an dem Roman „Nussschale“ des britischen Bestsellerautors Ian McEwan bekommen, „sondern wir“, verkündete Karl Baratta, Dramaturg der Theatercompagnie „wortwiege“, stolz. Der Roman kann als kühne Fortsetzung der Hamlet-Geschichte gesehen werden. Der Neo-Hamlet ist zwar noch ungeboren, erlebt in seiner „Nussschale“ die Ermordung seines Vaters durch Mutter und Onkel aber mit. Krassnigg und die „wortwiege“ verbinden dafür die beiden darstellenden Künste Film und Bühne.

Die zweite Produktion, „Dantons Tod“, ist eine zeitgenössische Bearbeitung des Klassikers von Georg Büchner und vereint Polit-Thriller, Revolutionsgeschichte und Metaphysik.

Ausverkaufte Festival-Premiere

Bereits in der ersten Spielsaison im Vorjahr behandelten die Produktionen europäische Geschichte, Paradigmenwechsel und Umbrüche in Gesellschaft, Politik, Kunst und Wissenschaft.

„Die historischen Kasematten sind die optimale Bühne für unser Festival, sie stehen für Kampf, Macht und Geschichte – alles Themen, die sich auch in unseren Produktionen wiederfinden“, so Krassnigg.

Im Vorjahr war das Festival erstmals zu Gast in Wiener Neustadt. Der Start im März 2020 wurde coronabedingt unterbrochen, im September ging das Festival weiter. Dem Erfolg der europäischen Königsdramatik tat die Verschiebung jedoch keinen Abbruch: Das Abschlusswochenende war ausverkauft.

An 16 Spieltagen standen 24 Vorstellungen und 12 Dialogveranstaltungen mit internationalen Gästen am Programm; Letztere sind auch heuer wieder geplant: Im Salon Royale wird jeden Sonntag über die anstehenden Stücke und deren Relevanz in der Gegenwart diskutiert.

Infos und Tickets: www.bloodycrown.at

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