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Chronik Niederösterreich
04/11/2022

Gesucht: Hans Guck-in-die-Luft

Der Luftkurort Gars am Kamp sucht einen Wetterbeobachter. Dreimal täglich geht es zur Messstation.

von Teresa Sturm

Es ist kein gewöhnlicher Job, der in der Stadtgemeinde Gars am Kamp in Niederösterreich besetzt werden muss. Die Anforderung: Täglich um 7 Uhr, um 14 Uhr und um 19 Uhr zur Wetterstation zu gehen und die Messwerte aufzuzeichnen. Diese Daten – die Art des Niederschlags, die Dichte der Wolken oder des Nebels – werden danach digitalisiert und so in die Datenbanken der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) eingespeist.

 

Jahrelang lagen die Wetteraufzeichnungen der Region in den Händen eines Herrn, der sich nun aber in den Ruhestand zurückziehen wolle, erklärt Bürgermeister Martin Falk. Seiner Ansicht nach wäre der ideale Nachfolger für die Stelle ein pensionierter Landwirt. „Ich weiß, dass hier viele sowieso selbst Aufzeichnungen machen.“

Doch warum braucht es diesen Posten überhaupt? Gars am Kamp ist seit dem Jahr 2003 Luftkurort. Damit sind einige Auflagen verbunden. Dazu muss eine Wetterstation betrieben werden, zudem wird alle zehn Jahre die Luftgüte über ein halbes Jahr geprüft.

Klimawandel im Blick

Die ZAMG betreibe viele automatische Stationen, die ohne menschliches Zutun bereits sehr viele Parameter erfassen, erklärt Roland Potzmann von der ZAMG. „Aber es gibt einige Bereiche, für die gibt es noch keine brauchbaren Maschinen – da braucht man nach wie vor den Menschen. Das sind etwa die Sichtweite, die Bewölkung, der Erdbodenzustand oder die Schneedecke.“

Die eingetragenen Daten stehen dann zur weiteren Verarbeitung bereit. „Natürlich ist diese Arbeit auch Teil der klimatologischen Beobachtung. Es ist etwa interessant, wie sich die Bewölkung über die Jahrzehnte verändert. Das ist Teil des Klimawandels“, erklärt Potzmann. „Je mehr man über die Veränderungen weiß, desto leichter tut man sich auch, in die Zukunft zu rechnen.“

Zuversichtlich

Obwohl der Job ein wichtiger ist, wird es immer schwieriger, jemanden dafür zu finden. Die Bezahlung ist kaum nennenswert, der Aufwand dafür aber schon. In Gars ist man dennoch zuversichtlich, jemanden zu finden.

Wer seine Liebe zur Meteorologie ausleben möchte, muss übrigens kein Experte sein: Bei Interesse kann man sich jedenfalls unter schartner.gemeinde@gars.at melden.

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