Sieben Gemeinden im Ybbstal vergraben Glasfaserkabel in Eigenregie

© APA/dpa/Sina Schuldt

Ybbstal
09/17/2021

Gemeinden nehmen Breitbandausbau selbst in die Hand

800 Haushalte im ländlichen Raum bekommen im Ybbstal nun doch schnellen Internetanschluss

von Wolfgang Atzenhofer

Weil das System des Breitbandausbaus im ländlichen Raum aus Kostengründen an seine Grenzen stieß, nehmen die Gemeinden in der Pilotregion Ybbstal das Heft in die eigenen Hände. Die sieben Kommunen gründen die eine Glasfaser-Ybbstal GmbH. (GYG), die das schnelle Internet in Eigenverantwortung bis in die entlegensten Haushalte bringen soll. Die Gründung der GYG führte zuletzt im Gemeinderat von Waidhofen/Ybbs aber auch zu heftigen Debatten.

Über die mittlerweile zu Zweidrittel privatisierte NÖ Glasfaserinfrastrukturgesellschaft („nöGIG“) wurden in der Pilotregion zwischen Waidhofen/Y. und Göstling/Ybbs seit 2017 rund 5.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt. Mit der Versorgungsrate von 60 Prozent zählt die Region zu den besten Österreichs. Doch der Ausbau geriet außerhalb der dicht bebauten Orte aus finanziellen Gründen ins Stocken. Nun wollen die Gemeinden die versprochene flächendeckende Versorgung von 800 Haushalten selbst bewerkstelligen. Dafür gehen sie auch Risiko ein und übernehmen Vorfinanzierungen.

„Wir werden das Projekt im Rahmen eines Generalauftrags der nöGIG durchziehen“, sagt der Ybbsitzer ÖVP-Nationalrat Andreas Hanger, der am 25. September bei der GYG-Gründungsversammlung zum ehrenamtlichen Geschäftsführer gewählt werden soll. 400 Kilometer Glasfaser sollen im Endausbau in einem zehn Millionen-Projekt verlegt werden. Zum Start geht es um 250 Kilometer und 800 Haushalte bis 2025. Finanziell abgesichert sei die GYG durch die Fördermittel des Bundes („Breitband-Milliarde“) und des Landes, versichert Hanger. Die Kommunen ihrerseits müssen in den Ausbaugebieten für eine 55-prozentige Anschlussquote bei den Häusern sorgen.

Grabungskosten

Ziel ist es, die Glasfaserkabel so kostengünstig und effizient, wie möglich mit lokalen Firmen zu vergraben, so Hanger. Deshalb wird das Projektmanagement dem Breitbandspezialisten Matthias Repper übertragen. Er managte in der Gemeinde Randegg eine flächendeckende eigenständige Glasfaserversorgung.

Der langwierige und schwerfällige Glasfaserausbau wurde im Waidhofener GR von der Liste FUFU und der FPÖ heftig kritisiert. ÖVP, SPÖ und Grüne stimmten für die GYG-Gründung. „Da geht es um die Haushalte, die die Glasfaser am dringendsten brauchen. Ich bin glücklich, dass wir das Projekt auf Schiene bringen. Entlegene Haushalte, die oft sogar kein Handynetz haben, benötigen diese Anschlüsse dringend“, sagt Waidhofens ÖVP-Bürgermeister Werner Krammer.

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