Alle acht Minuten rückten im Vorjahr in NÖ die Feuerwehren aus

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Chronik Niederösterreich

Feuerwehren ringen mit steigenden Kosten

2022 rückten die Freiwilligen in NÖ 65.000 Mal aus, wegen Teuerung steht ein Energiekostenzuschuss vom Bund im Raum. Unterdessen sucht man Sparmöglichkeiten bei teuren Fahrzeugen

von Johannes Weichhart, Wolfgang Atzenhofer

01/19/2023, 05:30 PM

Hitze, unwegsames Gelände und die ständige Gefahr durch Blindgänger – insgesamt 1.400 Einsatzkräfte wurden im Juli 2022 zum Truppenübungsplatz Großmittel im Bezirk Wiener Neustadt gerufen, weil sich Munitionsreste entzündet hatten. Die Auswirkungen waren enorm. Große Teile des Waldgebiets standen in Flammen, die verstreute Munition machte einen Löschangriff am Boden aber nahezu unmöglich. Erst durch den Einsatz mehrerer Hubschrauber konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden.

Der Einsatz, der insgesamt fünf Tage lang dauerte, war aber nur einer von vielen, der im vergangenen Jahr von den Freiwilligen absolviert werden musste.

Laut Bilanz rückten die Männer und Frauen insgesamt 65.000 Mal aus, 3.560 Menschenleben konnten so gerettet werden.

Wertschätzung

„Das ringt uns Respekt, Wertschätzung und Demut ab“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Donnerstag. Die Politikerin freute sich, dass auch immer mehr Frauen den Weg zu den Wehren finden. Mit 1.189 neuen Feuerwehrfrauen konnte sogar ein Rekord aufgestellt werden. Insgesamt stellt die Feuerwehr etwas mehr als 99.300 Mitglieder.

Teuerung

Auch wenn viel geschafft wurde, blicken die Einsatzkräfte sorgenvoll in die Zukunft. „Wir haben Teuerungen bei den Fahrzeugen mit bis zu 25 Prozent, die Energiekosten haben sich verdreifacht“, berichtet Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Er betont, dass 50 Prozent aller Feuerwehren in Niederösterreich für die Energiekosten bislang selbst aufkommen müssten.

Allerdings zeichnet sich nun dabei eine Lösung ab, wie Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) nach Verhandlungen mit Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) berichtete, werden auch die Feuerwehren einen Energiekostenzuschuss beantragen können.

Alternativen

Die Wehren suchen auch bereits nach sparsameren Alternativen, wie ein Beispiel aus Scheibbs zeigt. Dort hat das Tanklöschfahrzeug (4.000 Liter) das Alter von 25 Jahren überschritten. Damit würde der Organisation die Förderung für einen neuen mindestens 650.000 Euro teuren Tankwagen zustehen. Für die Stadt Scheibbs, die für die Ausrüstung der Feuerwehr zuständig ist, wäre das trotz der Landesförderung von einem Drittel eine enorme Belastung.

„Wir haben deshalb eine nachhaltige und ressourcenschonende Variante gesucht und lassen das alte Auto generalerneuern“, schildert Kommandant Heinz-Gregor Ziegler. Trotz der 25 Jahre sei das Fahrzeug motorisch und vom Fahrzeugaufbau noch top.

Also wird der Tankwagen um 100.000 Euro bei einem Feuerwehrausrüster auf die modernen Standards bei LED-Technik, Gerätetransport und in puncto Einsatztechnik und -kommunikation in der Fahrzeugkabine völlig erneuert. Der Stadt Scheibbs bleiben Kosten von rund 300.000 Euro erspart. Landesförderung gibt es für das „Refreshen“, so nennen die Scheibbser ihre Aktion, nicht. Für die Zeit, in der sich der Scheibbser Tanker in der Werkstatt befindet, hat der Landesfeuerwehrverband ein Ersatzauto geschickt.

Investitionen

Bei den neuen Anschaffungen müssen die Einsatzkräfte landesweit künftig wohl den Fokus noch stärker auf das Thema Waldbrände richten. Um dafür gerüstet zu sein, bedarf es ebenfalls millionenschwerer Investitionen.

Allein in den kommenden Monaten werden acht Waldbrand-Spezialfahrzeuge, acht Pick-ups und 56 Container um 4,3 Millionen Euro angeschafft, sagte Landesfeuerwehrkommandant Fahrafellner.

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