© Grafenegg/Klaus Vyhnalek

Chronik Niederösterreich
08/13/2021

Die Macht des Schicksals: Festival Grafenegg wegen Covid-Falls ohne Chor

Ein Mitglied des Wiener Singvereins wurde positiv getestet. Nun muss Verdis Requiem ohne Chor aufgeführt werden.

von Martin Gebhart, Peter Jarolin

Es war alles bis ins letzte Detail durchgeplant, damit das Festival Grafenegg in traditionellem Glanz über die Bühne gehen kann. Inklusive eines engmaschigen Präventionskonzepts, um Corona fernzuhalten.  Und dann passierte es bei der letzten Probe vor der Eröffnungsgala, dass ein Sänger des Wiener Singvereins positiv auf Covid-19 getestet worden ist – trotz zweifacher Impfung. 

Die Folgen: Der Wiener Singverein konnte nicht auftreten, obwohl fast alle Mitglieder einen vollkommenen Immunstatus haben. Für die Veranstalter ist das bitter, weil das Requiem von Giuseppe Verdi aufgeführt wird und dabei der Chor eine entscheidende Rolle spielt. 

Deswegen tagten die Verantwortlichen am Donnerstag noch bis spät in die Nacht. Einen neuen Chor aufzutreiben, war unmöglich. Die Alternative: Das Eröffnungsprogramm geringfügig abzuändern. Das  Requiem von Verdi bildet dennoch den Mittelpunkt der Eröffnungsgala – nur eben ohne den Chor.  

Programm adaptiert

Am Abend zeigte sich: Die Übung ist gelungen, ein tolles Experiment war geschafft, aber es fehlte trotzdem etwas. Nächstes Mal wieder mit Chor, lautete das Fazit.

Nach dem traditionellen Auftragswerk des Grafenegg Festivals wurde die Ouvertüre von Verdis Oper „La forza del destino“ aufgeführt. Der deutsche Titel der Oper: „Die Macht des Schicksals“. Angesichts der Corona-Turbulenzen symbolisch eine passende Wahl.  

Das Requiem von Giuseppe Verdi wurde danach ohne die Sätze Introitus und Sanctus aufgeführt – und natürlich ohne Chor. Wie geplant waren neben dem Tonkünstler-Orchester unter Dirigent Yutaka Sado die  Solisten Krassimira Stoyanova, Clementine Margaine, Piotr Beczala und Rene Pape zu hören. Sie überzeugten restlos.

Dass ein einzelner positiver Fall einen  Chor verstummen lässt, liegt an den Corona-Vorgaben. Die Sängerinnen und Sänger müssen zwar nicht in Quarantäne, weil sie so ziemlich alle geimpft sind. Sie gelten aber  als K2-Personen, weil sie mit dem betroffenen Sänger geprobt haben.

15 Jahre
Das Musik-Festival steht seit Gründung 2007 unter der künstlerischen Leitung von Pianist Rudolf Buchbinder. 

15 Konzerte
und vier Matineen sind heuer bis 5. September geplant. 
 

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