Der Wagen rammte die Frau und krachte frontal in einen Baum

© Privat

Chronik Niederösterreich
10/22/2020

Ex-Ehefrau nach Streit mit Vollgas überfahren

Das Opfer überlebte verletzt. Der Mann wurde nun am Landesgericht Wiener Neustadt schuldig gesprochen - nicht rechtskräftig.

von Patrick Wammerl

Die zweifache Mutter kann von Glück sprechen, noch am Leben zu sein. Der silberfarbene BMW erfasste sie mit 37 km/h. Ihr Ex-Mann am Steuer hatte laut Anklage sogar einige Meter zurückgesetzt, um Schwung zu holen. Die 30-Jährige wurde über die Motorhaube auf den Asphalt geschleudert. Anstatt der Verletzten zu helfen, flüchtete Erdinc T. (31) mit dem Wagen des Opfers.

Zehn Monate nach der Tragödie in Felixdorf musste sich der geschiedene Ehemann wegen versuchten Mordes am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Eine Körperverletzung gestand er ein, nicht aber den Mordversuch.

Nach der Hochzeit 2009 war es eine jahrelange On-off-Beziehung zwischen den türkischstämmigen Partnern. Er wollte in der Beziehung der Macho sein, war aber „nur das Weichei. Sie war die Dominante“.

Obwohl sich das Paar 2016 nach Drogenproblemen des Mannes scheiden ließ, lebten die beiden noch längere Zeit zusammen.

Nach zwei Fällen von häuslicher Gewalt und Wegweisungen eskalierte die Lage am 5. Dezember des Vorjahres. Die Ex-Frau bekam einen Tipp, dass sich Erdinc T. wieder mit „Junkies“ herumgetrieben haben soll. Als er zu ihrer Firma fuhr, um in Erfahrung zu bringen, wer ihn verpfiffen hatte, geriet die Ex-Frau in Panik. Sie schrie um Hilfe, war allerdings alleine im Büro und versuchte zu flüchten. Während der 31-Jährige ihr Privathandy zertrümmerte, rief die Frau zwei Mal mit dem Firmentelefon den Notruf.

Der Streit verlagerte sich auf die Straße. „Ich weiß, ich bin zu weit gegangen, daher wollte ich einfach weg“, so der Angeklagte. Dass er extra zurückgeschoben hat, um Schwung zu holen, bestreitet er vehement. „Statt dem ersten Gang habe ich den Retourgang erwischt.“ Dies hält der Sachverständige für wenig plausibel. Bei dem Wagen muss man einen Widerstand überwinden, um den Retourgang überhaupt einlegen zu können.

Wie die Ermittlungen ergaben, ist Erdinc T. ganz bewusst mit Vollgas auf seine Ex zugerast. Dies passt laut Staatsanwaltschaft auch zu der von Psychiater Manfred Walzl attestierten „gefährlichen Persönlichkeitsstruktur“ des Angeklagten. Gefordert wurde daher auch eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Am Abend wurde T. wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Zudem soll er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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