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Patientensicherheit
10/30/2021

Der Horror im Pflegealltag: Lernen, wie man im Ernstfall reagiert

Studierende werden in den „Room of Horrors“ geschickt, damit sie gefährliche Situationen erkennen und abwenden können.

von Marlene Penz

In der Fachhochschule Wiener Neustadt gibt es offiziell einen „Room of Horrors“ – also ein Zimmer des Schreckens. Der Raum ist einer Pflegestation nachempfunden, lebensgroße Puppen sitzen oder liegen im Bett. Und immer wieder werden Studierende dort eingeschlossen.

Zunächst klingt das nach dem Anfang eines Horrorfilms, dahinter steht aber ein Trainingskonzept. Die Studierenden müssen in diesem Raum patientengefährdende Situationen erkennen und analysieren – und zwar in maximal 30 Minuten.

„Bei der Entwicklung eines Lehrveranstaltungskonzepts suchte ich nach etwas, das für die Studierenden spannend, aber gleichzeitig herausfordernd und mit einem Lerneffekt verbunden ist“, erklärt Lehrveranstaltungsleiter Markus Halbwachs.

Der „Room of Horrors“ ist gängige Praxis im englischsprachigen Raum, ist aber auch in der Schweiz ein Werkzeug, um für Patientensicherheit zu sensibilisieren und den Blick zu schulen. „Dort gibt es ihn auch in manchen Krankenhäusern, wo auch Medizinerinnen und Mediziner mit therapeutischem und pflegendem Personal gemeinsam auf Fehlersuche gehen“, betont Halbwachs. Der Blick auf die Patientensicherheit könne im medizinischen Alltag nämlich untergehen.

An der FH Wiener Neustadt werden die Studierenden auch nicht alleine, sondern in Teams, bestehend aus rund drei Personen, in den Trainingsraum geschickt. Da warten dann die „Patienten“ – in der Doku ist etwa beschrieben, dass ihr Gang unsicher ist – und sitzen im Bett, die Füße haben keinen Bodenkontakt. „Das ist ein enormes Sturzrisiko“, so Halbwachs. So etwas gilt es zu erkennen und dann zu entschärfen. Jedes Mal sieht der Raum anders aus, auf Studierende in höheren Semestern warten andere, dem Lehrveranstaltungsinhalt entsprechende Situationen.

Keine Prüfung

In den „Room of Horrors“ geht es nur einmal in einer Lehrveranstaltung – aber „es ist keine Prüfung“, versichert Halbwachs. Erst seit dem Vorjahr gibt es dieses spielerische Praxissetting, das eine Ergänzung zur Theorie ist, aber auch zu einem Austausch zwischen den Studierenden führen soll, die auch während des Studiums Praktika in diversen Einrichtungen absolvieren müssen. „Durch die ausführlichen Praxisbeispiele, die wir untersuchen konnten, hatten wir die Möglichkeit, zahlreiche, häufig auftretende Fehler in der Pflegepraxis zu erkennen“, resümiert Studentin Nadine Erhardt.

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