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Chronik Niederösterreich
06/06/2020

Bahnverkehr: Einigung bei Flughafenspange

Nachdem man sich am Runden Tisch für ein Gebiet entscheiden hat, soll nun die Detailplanung der Trasse beginnen.

von Theresa Bittermann

Seit Jahren ist der Ausbau des Zugverkehrs im Osten Niederösterreichs und im Burgenland im Gespräch. Nun startet die nächste Projektphase: bei einem Runden Tisch mit allen beteiligten Akteuren, wie Gemeinden und dem Land NÖ einigte man sich auf ein Gebiet, in dem die Trasse künftig verlaufen soll. Der genaue Streckenverlauf wird dort jetzt im Detail geprüft.

Die neue Zugverbindung soll den Flughafen an den internationalen Verkehr in den Osten (Bratislava und Budapest) anschließen. Zusätzlich soll auch der Pendlerverkehr im Osten von Wien auf die Schiene verlagert werden. Laut ÖBB gibt es im betroffenen Einzugsgebiet momentan 20.000 Pendler in den Zügen, nach Bau der Trasse sollen es doppelt so viele sein.

Zur Auswahl standen vier Gebiete: entlang der A4, ein Gebiet, das sich an der B260 orientiert und zwei nahe beieinander liegende Bereiche durch den Göttlesbrunner Wald. Die Wahl fiel auf den südlichsten Korridor bei der künftigen B260. „Die Überlegung dabei war, ein Gebiet auszuwählen, in dem die Trasse bald in die Ostbahn münden kann, um die Infrastruktur zu bündeln und die Landschaft zu schonen“, erklärt Heinrich Vana, Rechtsanwalt und Moderator des Runden Tisches.

Kritik aus betroffener Gemeinde

Aber nicht alle Betroffenen halten das für die beste Lösung. In Enzersdorf an der Fischa hält sich bei Bürgermeister Markus Plöchl (ÖVP) die Freude in Grenzen: „Wenn dann Züge so nahe an unserem Siedlungsgebiet durchrauschen, ist das eine große Belastung für unsere Bevölkerung.“ Die Nordvariante entlang der A4 hielte er für die bessere.

Angst vor Lärm

Als ein zweischneidiges Schwert sieht man das Projekt in Fischamend. Dort führt der Trassen-Korridor am Rand der Gemeinde vorbei. „Wir wollen, dass Pendlerverkehr vom Auto auf die Schiene kommt, insofern ist das gut. Aber es sollten auf jeden Fall Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden“, sagt Bürgermeister Thomas Ram. Die Gesprächsbasis dafür schätzt er gut ein. Theresa Bittermann