© Alfred Pottenstein

Chronik Niederösterreich
11/15/2021

Ausgetrocknetes Naturschauspiel: Myrafälle haben kein Wasser

Beliebtes Ausflugsziel im Piestingtal ist seit Wochen ausgetrocknet. Die allgemeine Trockenheit wirkt sich dramatisch aus.

von Patrick Wammerl

Mehr als 100.000 Gäste besuchen jedes Jahr das einzigartige Naturschauspiel der Wasserfälle im südlichen Niederösterreich. Die Myrafälle in Muggendorf im Piestingtal (Bezirk Wr. Neustadt) sind eines der bekanntesten Ausflugsziele im Umfeld von Wien und speziell in den Sommermonaten extrem stark frequentiert.

Doch wer derzeit bei einer Wanderung über die 26 Holzbrücken und acht Stiegen die Gischt der Wassermassen im Gesicht spüren will, der hat Pech gehabt. Zum ersten Mal seit Menschengedenken führen die Myrafälle kein Wasser. Die extreme Trockenheit in der Ostregion, der milde Winter und einer der wärmsten Sommer in der Messgeschichte haben dazu beigetragen, dass die Wasserfälle komplett versiegt sind.

75 Prozent weniger Regen

Wie es vonseiten der Wander- & Wasserwelt Myrafälle heißt, ist es im heurigen Jahr in der Region zu Niederschlagsdefiziten von bis zu 75 Prozent im Vergleich zu Durchschnittsjahren gekommen. Die Wasserfälle werden vom Myrabach gespeist, der acht Kilometer oberhalb der Fälle aus der Myralucke im Skigebiet Unterberg entspringt. Vom oberen Staubecken aus stürzen dann die Wassermassen üblicherweise über 14 Geländestufen durch die Felsen in die Talschlucht. „Seit ein paar Wochen führen die Fälle allerdings keinen Tropfen Wasser mehr. Schwankungen hat es immer wieder gegeben, aber auch die ältere Bevölkerung kann sich nicht erinnern, dass es jemals zur Gänze versiegt ist“, erklärt der Obmann der Wander- und Wasserwelt, Alfred Pottenstein besorgt.

Seit 1975 fließen die Myrafälle das ganze Jahr über die Felsen hinab. Davor wurde für den Betrieb eines Speicherkraftwerkes bei Muggendorf das Wasser immer wieder aufgestaut, dadurch kam es auch zu kurze Trockenphasen. „Aber nicht vergleichbar mit dem jetzigen Zustand“, sagt Pottenstein. Ein Besuch der Schlucht lohne sich aber auch ohne Wasser. Es zeige die Natur von einer ganz anderen Seite, sehenswert seien vor allem die bemoosten Felsen. Bürgermeister Uwe Mitter ist sich sicher, dass das Wasser im Winter bald in gewohnter Form zurück kehrt.

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