© Bücherstube Horn

Chronik Niederösterreich
05/01/2020

Anerkennung: „Haben Gespür für die Menschen“

Die Bücherstube Horn wurde als „Buchhandlung des Jahres 2020“ ausgezeichnet.

von Teresa Sturm

Die Stube galt früher als der wichtigste Raum im Haus, oft war es auch der einzige beheizte. In der Bücherstube in Horn spürt man die Wärme ebenso – vor allem die menschliche. Ein kleines Team rund um Inhaber Gerhard Tschugguel berät die Kundschaft, veranstaltet Lesungen und liefert – wenn es sein muss – die Bücher auch einmal selbst aus.

Das Engagement wurde nun honoriert. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und das Bundesministerium für Kunst und Kultur haben die Bücherstube als eine der fünf besten Buchhandlungen Österreichs ausgezeichnet.

Leidenschaft für Bücher

Tschugguel sieht mehrere Gründe für die Entscheidung der Jury. Einerseits sei es die Fachkompetenz, anderseits die Wirkung auf die Kundschaft. „Wir schaffen es, ein Klima für die Kunden zu erzeugen, dass sie gerne wieder bekommen. Wir haben da ein Gespür für die Menschen. Die Leidenschaft für Bücher überträgt sich auch auf den Kunden“, sagt Tschugguel.

Lieber persönlich

Der Buchhandlungsinhaber glaubt, dass deshalb die Menschen lieber persönlich kommen, als etwa online via Amazon zu bestellen. Er verweist aber auch darauf, dass die Bücherstube selbst einen Onlineauftritt betreibt, der besonders jetzt in Anspruch genommen wird.

In der Begründung der Jury, in der unter anderem Autorin Vea Kaiser vertreten war, war auch zu lesen, dass die Bücherstube Horn Autorinnen und Autoren eine Plattform gibt. Es finden etwa immer wieder Veranstaltungen und Lesungen statt.

Der Preis wird seit 2017 vergeben. In diesem Jahr durften sich insgesamt fünf Buchhandlungen über eine Auszeichnung freuen. Die Bücherstube ist die einzige in Niederösterreich.

Begegnung

Tschugguel ist mittlerweile in Pension und nutzt die Zeit jetzt noch mehr, in der Buchhandlung mitzuarbeiten. Da die Bestellungen um Ostern herum zugenommen haben, lieferte er sogar Pakete rund um Horn selbst aus: „Da habe ich Osterhase gespielt. Das war schön in der persönlichen Begegnung mit den Kunden. Die haben sich riesig gefreut. Das war ein Zeichen des Miteinanders. Das ist eben auch ein Virus, das ansteckt.“