Im Amstettener Frauenhaus wurde während der Corona-Lockdowns die Platznot besonders spürbar (Symbolbild)

© APA/dpa/Maja Hitij

Chronik Niederösterreich
07/13/2021

Frauenhaus in Amstetten an der Kapazitätsgrenze

Stadtgemeinde stellte für die Zeit der Pandemie Ausweichquartier für Erkrankte und Quarantänefälle zur Verfügung, erste Pläne für den Aus- oder Umbau der Zufluchtsstätte

von Wolfgang Atzenhofer

Die Auslastung, die immer nahe an der Kapazitätsgrenze liegt, bestätigt die traurige Notwendigkeit der Institution Frauenhaus in Amstetten. Dort haben die Erfahrungen aus dem vergangenen Corona-Jahr an einigen Stellen Handlungsbedarf aufgezeigt. Platznot und die bauliche Enge des in die Jahre gekommen Objekts bereiteten vor allem in der Pandemie Sorgen. Vorerst noch vage Aus- oder Umbaupläne wurden nun Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP) und Sozialausschussleiterin Sarah Huber (Grüne) bei einem Betriebsbesuch unterbreitet.

Der 2020 in Niederösterreich registrierte 17-prozentige Anstieg der polizeilichen Wegweisungen wegen häuslicher Gewalt oder die heuer bereits wieder erschreckend hohe Zahl an Femiziden rückt den Wert der Zufluchtsorte für Frauen in den Blickpunkt. Insgesamt 45 Frauen mit durchschnittlich 1,4 Kindern in ihrer Begleitung wurden im Vorjahr im geschützten Haus aufgenommen. Dabei kamen nicht nur Mostviertlerinnen zum Zug, sondern auch viele Frauen aus anderen Teilen Niederösterreichs, wenn die übrigen fünf nö. Frauenhäuser ausgelastet waren.

Gemeindewohnung

„Wir haben acht Zimmer und drei Bäder. Im Zug der Corona-Bedrohung hat sich diese Enge als Nachteil herausgestellt. Zum Glück hat uns die Stadt eine Gemeindewohnung als Ausweichquartier zur Verfügung gestellt“, berichtet Frauenhausleiterin Maria Reichartzeder. Die Wohnung wurde dann mehrfach für Quarantänefälle genutzt, „von Erkrankungen blieben wir zum Glück verschont“, so Reichartzeder.

Verschiedenste Überlegungen, darunter auch ein Standortwechsel in Amstetten, hat man im Trägerverein des Frauenhauses bereits angestellt. Wohl am ehesten sollten ein Zu- oder Umbau finanzierbar sein, wurde Stadtchef Haberhauer berichtet. Eine Studiengruppe der Boku-Wien aus dem Bereich Hochbau und Bauphysik lieferte dazu bereits Ergebnisse, schilderten Reichartzeder und ihre Kollegin Ursula Kromoser-Schrammel.

Weil die Finanzierung der Frauenhäuser in die Verpflichtung der Bundesländer fällt, wird die jährliche Extra-Subvention der Stadt in der Höhe von 8.000 Euro sehr hoch geschätzt. Haberhauer sieht das Frauenhaus als eine „Partnerinstitution“ der Stadt. Es sei wichtig, diese Einrichtung zukunftsfit zu gestalten und die Pläne des Frauenhauses mit Erfahrungen und Netzwerken zu unterstützen, sagte er.

In dieser Woche werden zudem die Details zur Teilnahme Amstettens an dem bundesweiten Gewalt-Präventionsprojekt „StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt“, das Nachbarn ermutigen soll, sich gegen Gewaltexzesse zu engagieren, vorgestellt.

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