Naturschutzbehörde behauptet, dass die Population des geschützten Fischotters in NÖ gut abgesichert ist, der WWF kritisiert Abschüsse   

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Chronik Niederösterreich
02/17/2021

Abschuss von Fischotter bleibt Zankapfel

Um Fischteiche zu schützen, wurden 2020 in Niederösterreich bis zu 20 Otter getötet, WWF beklagt mangelnde externe Kontrolle und hofft auf Gericht

von Wolfgang Atzenhofer

Bundesweit steigende Fischotterbestände sorgen gerade in Tirol und Salzburg für heftige Diskussionen zwischen Fischereiverbänden und Tierschützern. Die Petri-Jünger beklagen eine Überpopulation des Räubers und schielen nach Niederösterreich, wo der Abschuss auffällig hungriger Otter seit Ende 2019 über eine Landesverordnung gesetzlich geregelt ist.

Doch auch in Niederösterreich ist die Tötung einzelner Tiere, die Schäden in den Teichen anrichten, weiterhin ein Streitthema. Zwischen 15 und 20 Tiere wurden 2020 zum Schutz von Fischteichen abgeschossen, berichtet dazu auf Nachfrage der Leiter der NÖ Naturschutzabteilung, Martin Tschulik. „Damit ist die in der Verordnung pro Jahr zur Entnahme festgelegte maximale Zahl von 40 Stück bei Weitem nicht ausgeschöpft“, erklärte er.

Die bis zum 30. Juni 2023 befristete Verordnung sei rechtsgültig und gebe einen strengen Rahmen für den Abschuss jedes einzelnen Tieres vor, teilte Tschulik mit.

Beschwerde

Dem aber widersprechen die Artenschutzexperten des WWF. Gegen die Fischotterverordnung wurde abermals Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht (LVwG) eingelegt. Ein Urteil sei noch ausständig, sagte WWF-Mann Arno Aschauer. In den Jahren zuvor hat der WWF schon zweimal positive Landesbescheide für die Tötung der Fischotter über das LVwG gekippt. Über den Weg der neuen Verordnung sei jetzt die Einzelprüfung zu jedem getötetem Tier nicht mehr möglich, beklagen Aschauer und seine Kollegin Christa Wolf-Petre.

Schäden, die Otter in Fischteichen anrichten, werden ersetzt. Allerdings sei es Usus, dass alle berechneten, ausbleibenden Fischerträge nur dem Otter zugeschrieben würden, obwohl andere Räuber, Krankheiten oder klimatische Ursachen dafür auch mitverantwortlich seien, kritisierte Wolf-Petre.

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