© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
12/13/2021

13 Jahre Haft für Serien-Bankräuber von Krumbach

68-jähriger Deutscher nicht rechtskräftig zu langjähriger Haftstrafe verurteilt. Rätselraten über verschwundene Beute bei der Polizei in Sofia.

von Patrick Wammerl

Einen großen Teil seines Lebens hat er im Gefängnis gesessen. Daran wird sich auch so bald nichts ändern. Zu 13 Jahren Haft (nicht rechtskräftig) ist am Montag jener 68-jährige Deutsche verurteilt worden, der im September die Sparkasse in Krumbach in der Buckligen Welt überfallen hat.

Walter K. hat als gefährlicher Serientäter in Deutschland bereits sechs Vorstrafen. 2001 war er wegen schweren Raubes in acht Fällen zu 14,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nachdem er die Strafe abgesessen hatte, kam er sechs Jahre lang nicht aus der Sicherungshaft für gefährliche Straftäter.

Das brachte den Mann derart in Rage, dass er im Zuge einer Corona-Impfung flüchtete und in Österreich die Sparkasse heimsuchte. "Terroristen und Mörder sind eher entlassen worden, als ich. Ich hatte eine riesige Wut", rechtfertigte sich der 68-Jährige für seine Flucht und den Überfall.

Am 7. September war ihm während eines bewachten Ausganges die Flucht geglückt. Just zu jenem Zeitpunkt, als er von Beamten zur Corona-Schutzimpfung gebracht worden wäre. Wie die Ermittlungen ergaben, fuhr der Serientäter anschließend mit seinem Mercedes C180 Coupe (Baujahr 2002) von Deutschland nach Österreich, wo er in Krumbach Halt machte und den Überfall beging.

Er lauerte einem Angestellten am Hintereingang der Bank auf und zwang den Mitarbeiter mit Waffengewalt zum Betreten des Geldinstituts. Dann soll er den Mann und eine Kollegin mit der Waffe im Anschlag gezwungen haben, einen Tresor zu öffnen. Der Verdächtige brachte beide in ein Büro und flüchtete mit einer beträchtlichen Bargeldsumme. Raubermittler des nö. Landeskriminalamtes konnten binnen kurzer Zeit den 68-jährigen Verdächtigen ausforschen. Er wurde im Zuge der europaweiten Fahndung an der bulgarischen Grenze festgenommen.

Beute ist in Bulgarien verschwunden

Wie man am Montag im Prozess erfuhr, ist die Beute von dem Überfall auf mysteriöse Art und Weise bei den bulgarischen Behörden verschwunden. Der Räuber hatte mehr als 160.000 Euro erbeutet. Bei seiner Festnahme wurde ein Großteil des Geldes von der bulgarischen Polizei sichergestellt.

Wie Walter K. der Richterin in Wiener Neustadt schilderte, musste er in Sofia etwa 15.000 Euro an einen Anwalt beziehungsweise Strafe für die Einfuhr des Geldes zahlen. Wo der Rest der Summe geblieben ist, weiß er nicht. Auch ein Schriftverkehr mit den bulgarischen Behörden konnte diese Frage bisher nicht klären. Bis dato ist die Raubbeute spurlos verschwunden.

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