© Freiwillige Feuerwehr Bruckneudorf

Chronik Burgenland
07/01/2021

Flurbrände im Burgenland: Wenn die Felder wieder Feuer fangen

Trockenheit lässt Brandgefahr steigen, die heiße Phase für die Feuerwehren hat bereits begonnen. Behörden verbieten offenes Feuer und Rauchen im Wald

von Paul Haider, Roland Pittner

Am Montag sind gleich zwei große Flurbrände im Bezirk Neusiedl am See ausgebrochen. Am Vormittag stand ein Gerstenfeld am Andauer Albrechtsfeld in Flammen. Drei Feuerwehren rückten aus, um den Brand unter Kontrolle zu bringen – was mit dem Einsatz einiger Löschrohre und „Feuerpatschen“ innerhalb von knapp zwei Stunden auch gelungen ist.

Nur kurze Zeit später wurde der nächste Brandherd im Landesnorden gemeldet: Am Gelände des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf waren am frühen Montagnachmittag mehrere große Flächen in Brand geraten. Zur Bekämpfung der Flammen wurde so viel Löschwasser benötigt, dass die Freiwilligen Feuerwehren aus Parndorf, Bruckneudorf und Kaisersteinbruch auch noch alarmiert wurden. Auch bei diesem Flurbrand konnte Schlimmeres gerade noch verhindert werden: Nach gut zwei Stunden war auch dieses Feuer erfolgreich eingedämmt und gelöscht.

Die Flurbrandgefahr ist durch die Trockenheit im Land hoch. Es waren sicher nicht die letzten Einsätze im Sommer, die Behörden haben schon Verordnung erlassen, um die Flur- und Waldbrandgefahr einzudämmen. „In den Waldgebieten aller Gemeinden des Verwaltungsbezirkes Neusiedl am See und in deren Gefährdungsbereich sind brandgefährliche Handlungen, wie das Rauchen, das Hantieren mit offenem Feuer, die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen, jegliches Feuerentzünden und das Unterhalten von Feuer verboten“. Auch im Südburgenland wurden entsprechende Verordnungen erlassen, um drohende Waldbrände zu verhindern.

Wehren sind für Flurbrände gut geschult

Im Burgenland sind die Feuerwehren auf Wald- und Flurbrände vorbereitet. „Die Wehren sind gut geschult und haben Erfahrung und die nötige technische Ausrüstung, um die Flurbrände schnell zu bekämpfen“, sagt Landesfeuerwehrkommandant Alois Kögl im KURIER-Gespräch.

138Einsätze
absolvierten die Feuerwehren im Jahr 2020 bei Feld-, Flur- Wiesen- und Schilfbränden  

27Waldbrände
mussten die Feuerwehren 2020 im Burgenland löschen. Durch die kleinstrukturierten Wälder und eine gute Forstwirtschaft würden die Brände schnell auffallen und könnten so rasch eingedämmt werden

700Hektar
Schilf wurden im Vorjahr beim größten Schilfbrand in Illmitz vernichtet. Hier waren auch zwei Hubschrauber des Bundesheeres im Löscheinsatz

Im Normalfall sei ein Flurbrand nicht das große „Malheur“ meint Kögl, denn Menschenleben seien da meist nicht in Gefahr. Es brauche Löschwasser, das mit Tanklöschfahrzeugen gebracht werden kann, je nach Größe der Feuer müssen Wehren dazu alarmiert werden, um die Versorgung mit Löschwasser zu gewährleisten. Brennen Getreidefelder, sei auch die Zufahrt meist kein Problem für die Feuerwehren. Einige Wehren im Bezirk Neusiedl haben oft 20 bis 30 solcher Einsätze im Jahr und somit die nötige Erfahrung. „Die Rauchgase können gefährlich werden, hier muss man mit der Windrichtung löschen“, sagt Kögl.

Die Auslöser

Überhitzte Erntemaschinen lösen oft Brände auf Getreidefeldern aus. Doch oft ist auch Unachtsamkeit der Auslöser für ein Feuer. „Eine nicht ausgedämpfte Zigarette kann einen Brand auslösen, aber auch eine Glasscherbe, durch den Brennglaseffekt“, weiß Kögl. Vielen Leuten sei nicht bewusst, wie leicht ein Flurbrand vor allem bei der aktuellen Trockenheit entstehen kann.

Auch die Ermittlungen zur Brandursache gestalten sich in den meisten Fällen schwierig. „Wenn mehrere Hektar brennen, kann man den Ausgangspunkt oft nur schwer genau bestimmen“, erklärt der Feuerwehrkommandant.

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