A. Gruber will mit ihrem Team am Römersee mit regionalem Essen punkten, der Zeitpunkt für das  Angebot sei gerade jetzt richtig

© Uschi Zezelitsch

Chronik Burgenland
06/08/2020

Warum Wirte trotz Corona-Krise ein neues Lokal eröffnen

Zwei Gastronomen schildern, warum sie trotz Corona-Krise Lokale eröffnen.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Nicht immer schauen die Gastronomen derzeit optimistisch in die Zukunft. Die Umsätze sind laut Wirtschaftskammer deutlich zurückgegangen, noch immer müssen Wirte nach Gästen Ausschau halten. Anders ist das bei Astrid Gruber. Die Bad Sauerbrunnerin will neu durchstarten und auf dem kulinarischen Sektor reüssieren.

Voller Euphorie spricht sie über ihre Pläne, die sie mit Koch Herbert Paukovits ab kommenden Sonntag, den 14. Juni, in ihrem neuen Lokal „Wilma&Fred“ in der Strandhütte am Römersee umsetzen wird.

Die Idee ist der früheren Galeristin und Grafikerin im Rahmen ihrer Tätigkeit als ASKÖ-Trainerin in den Schulen vor einem Jahr gekommen: Da habe sie gesehen, was den Schülern so als Mittagessen serviert werde. „Das war frustrierend“, sagt Gruber. Sie möchte es besser machen und dafür hatte sie nach einer Küche Ausschau gehalten. Diese hat sie nun in der Strandhütte gefunden.

Auf das richtige Konzept kommt es an

Während der Sommermonate wird für die Badegäste und Seebesucher aufgekocht, ab September wird die Gastronomin Schulen und Kindergärten mit frischen Speisen beliefern.

„Unser Konzept ist, dass alles frisch zubereitet wird und wir regionale Produkte verwenden“, erklärt Gruber, die mit 50 Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit wagt. Woher sie in diesen Zeiten den Mut nimmt? „Ich habe gesehen, dass sich die Leute gerade jetzt für regionale Lebensmittel und gesunde Ernährung interessieren. Ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist.“

Während am Römersee etwa Ratatouille, Fish and Chips sowie römische Fladen mit Speck oder auch vegan zubereitet serviert werden, sollen den Schülern und Kindergartenkindern ab Herbst kindgerechte Speisen kredenz werden.

Überraschung vom "Tschisti"

Längere Zeit wiederum war unklar, ob das Stadtcafé in Frauenkirchen einen neuen Betreiber findet. Christian Lentsch hat es gewagt. Bekannt u. a. durch seinen „Tschisti’s Saftladen“ und seinen Buschenschank in Podersdorf, hat er sich in der Zeit der Corona-Sperre ein neues Projekt überlegt.

Zur Überraschung aller hat er vergangenen Freitag das Stadtcafé neu eröffnet. Schülern will er Snacks und Spielmöglichkeiten bieten. Serviert werden hausgemachte Mehlspeisen und selbst gemachte Säfte und – für Erwachsene – auch Schnäpse. „Mein Herz schlägt für die Gäste. Ich wollte schauen, ob es funktioniert, denn ich gehe gerne ein Risiko ein.“

 Wein hält ihn über Wasser

"Die Leute sind noch zurückhaltend, aber es wird besser.“ Matthias Mirth, Fachgruppenobmann der Gastronomen im Burgenland, versucht, positiv zu denken. Etwa 100 warme Speisen hat Mirth, selbst Wirt im südburgenländischen Eltendorf, an einem durchschnittlichen Sonntag verkauft.

Jetzt sind es rund zwei Drittel weniger.
 

Die Corona-Krise hat vor allem die Gastronomie wirtschaftlich ausgebremst. Vor allem größere Veranstaltungen  wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern seien großteils storniert worden. „Die Leute kommen zwar teilweise zum Essen, aber lange sitzen bleibt keiner“, sagt Mirth. Und man wisse nicht, wie es sich weiter entwickelt. „Wenn es bis Weihnachten auch keine größeren Feiern geben kann, dann schaut es schlecht aus.“

Zweites Standbein hilft

Er habe sich bisher mit seinem zweiten Standbein  – der Herstellung von Uhudler – das wirtschaftliche Überleben sichern können. „Ich habe mich quasi mit dem Wein über Wasser gehalten.“ 

Mirth befürchtet, dass nicht alle seiner Kollegen die schwierige Lage überstehen werden und dass der eine oder andere in Zukunft zusperren muss.

Doch trotz allem gibt es laut Wirtschaftskammer Burgenland „überraschenderweise“ auch ein steigendes Interesse von Neugründern. 18 Personen wollen sich derzeit im Burgenland mit einem Gastrobetrieb selbstständig machen.

Die Gründerberatung laufe wieder auf Normalbetrieb, heißt es aus der Kammer. Dabei handle es sich in vielen Fällen  um kleinere Lokale mit einer einfachen Essensausgabe. In der WK appelliert man an die für den Tourismus Verantwortlichen im Land, ein Konzept zu entwickeln, um die abgesagten Kulturprogramme mit anderen Angeboten zu kompensieren.

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