Chronik | Burgenland
30.04.2018

Tote im Neusiedler See: Neue Details zu Verdächtigem

Wiener Tatverdächtiger im burgenländischen Frauenmordfall soll mehrfach verurteilter Gewaltverbrecher sein.

Nach dem Fund eines weiblichen Torsos im Neusiedler See vor mehr als zwei Wochen ist ein Mordverdächtiger verhaftet worden. Über den verdächtigen Wiener werden immer mehr neue Details bekannt. So soll der Beschuldigte, der am Wochenende in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt worden ist, 63 Jahre alt sein, auf ein kriminelles Vorleben zurückblicken und die Tat bereits gestanden haben.

Sein mutmaßlich jüngstes Opfer, die zerstückelte Frau im Neusiedler See, war kein ungarischer TV-Star wie zunächst angenommen, sondern eine slowakische Prostituierte. Der 63-jährige Verdächtige soll ein Freier der Prostituierten gewesen sein, offenbar hat er sie am Wiener Westbahnhof kennengelernt.

Die Umstände der Tötung und des Versteckens des Leichnams könnten dem Drehbuch eines Gruselfilms entstammen. So soll der Wiener die Frauenleiche zerteilt, per Elektroboot wegtransportiert und im Schilfgebiet versenkt haben. In der Seegemeinde Rust soll der Verdächtige eine Ferienhütte besitzen.

Die Ermittler sind offenbar dank eines Suchhundes auf den mutmaßlichen Täter gekommen. Der Hund soll bei seiner Seehütte angeschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft hielt sich dazu bedeckt.

Offizielle Statements am Mittwoch 

Laut Medienberichten saß der Verdächtige schon längere Zeit seines Lebens im Gefängnis. Er soll erstmals wegen Totschlags und 1995 wegen Vergewaltigung zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden sein. Aus diesen dürften jedoch knapp 21 Jahre geworden sein, weil der Mann so lange im Maßnahmenvollzug (vorbeugende, freiheitsentziehende Maßnahmen, Anm.) blieb, bis ihn zwei Experten für ungefährlich hielten.

Am Mittwoch wird es eine Pressekonferenz der Landespolizeidirektion und der Staatsanwaltschaft Eisenstadt geben. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.