© APA/ROBERT JAEGER

10/14/2020

Steuererhöhung für Jäger und weniger Befugnisse für Verband

Abgabe für Jagdpacht wird von zwei auf bis zu 30 Prozent erhöht, außerdem werden Bezirksjägermeister abgeschafft.

von Roland Pittner

Die Aufregung in der Jägerschaft ist groß, wie Landesjägermeister Roman Leitner erklärt. Gab es zur Novelle des Jagdgesetzes zuerst wegen der Aufhebung des Gatterjagd-Verbots einen Aufschrei von Tierschützern und den Grünen schießen nun auch die Waidmänner scharf gegen den Gesetzesentwurf. Geht es nach der SPÖ-Alleinregierung werden alle hoheitlichen Tätigkeiten vom Verband zum Land gehen und die Jäger bei der Jagdabgabe zur Kasse gebeten.

Mehrkosten

Bisher betrug die Jagdabgabe auf die Pachtkosten zwei Prozent. „Künftig sollen es 10 Prozent sein, wenn pro Hektar weniger als 25 Euro bezahlt werden, 20 Prozent, wenn mehr pro Hektar bezahlt wird. Für Revierpächter die nicht aus dem Bezirk oder Nachbarbezirk kommen, werden 30 Prozent Jagdabgabe eingehoben“, sagt Leitner. Rund sieben Millionen Euro zahlen die rund 7.000 Jäger im Burgenland pro Jahr Pacht für die heimischen Reviere. „Bisher hatten wir etwa 140.000 Euro an Abgaben pro Jahr“, sagt Leitner. Künftig könnten mehr als eine Million Euro an Steuern anfallen, die allerdings nicht dem Verband zukommen. „Die Abgabe ist nicht mehr zweckgebunden, fast 90 Prozent der Abgabe fließen ins allgemeine Landesbudget“, erklärt der Landesjägermeister.

Für den zuständigen Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) sei die Erhöhung eine „Anpassung auf den Österreichschnitt“, trotzdem seien die heimischen Jäger durch die Staffelung begünstigt. „Ziel ist auch, dass sich die Jagdpachten reduzieren und die Jagd für Burgenländer leistbarer wird“, meint der Landesrat.

Diese Argumente versteht Leitner nicht. „Die Abgabe wird in jedem Bundesland anders gehandhabt, in Niederösterreich gibt es keine. In Oberösterreich ist die Abgabe sehr hoch, aber die Pachtpreise sind im Durchschnitt viel niedriger, als bei uns“, meint Leitner. Zu bezahlen haben die Erhöhung jedenfalls die Jagdpächter.

Ein weiterer Punkt, der in der Jägerschaft für Diskussionen sorgt ist, dass die sieben Bezirksjägermeister ab 2022 ihren Hut nehmen müssen. „In allen Bundesländern gibt es diese ehrenamtliche Funktion, im Burgenland soll die Aufgaben die Behörde übernehmen“, sagt Leitner.

Laut Schneemann wolle das Land einen Interessenskonflikt verhindern. „Die Verbandsorgane sollen nicht zwischen den Interessen der Mitglieder und dem öffentlichen Interesse abwägen müssen“, sagt Schneemann. Durch die Nutzung von Synergien im Forstbereich würden kaum Mehrkosten fürs Land entstehen. Am 12. November wird die Novelle im Landtag einlaufen.

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