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07/31/2020

Stadtbus bald auch im Süden unterwegs

Eisenstadt und Mattersburg haben schon Systeme, Oberwart arbeitet am Konzept

von Roland Pittner

Straßenbahn, U-Bahn oder innerörtliche Buslinien waren bis vor wenigen Jahren im Burgenland nicht vorhanden. Straßenbahnen und U-Bahnen wird es auch nicht brauchen, aber Stadtbusse wurden in Eisenstadt und Mattersburg bereits umgesetzt. In Oberwart ist man noch in der Planungsphase.

Eisenstadt hat vor mehr als drei Jahren den Stadtbus etabliert. „Er hat das Mobilitätsverhalten vieler Eisenstädter verändert“, sagt Bürgermeister Thomas Steiner. Mittlerweile gibt es vier Linien, die täglich von rund 1.400 Fahrgästen genutzt werden. Seit Freitag fährt die Linie „Georg“ in der Früh im 15-Minuten-Takt, um das Fahrgastaufkommen besser bewältigen zu können. Die Linie „Fanny“ wurde durch neue Stationen aufgewertet. Die Einzelfahrt kostet einen Euro, das Tagesticket zwei und die Monatskarte zehn Euro. Für eine Jahreskarte müssen die Fahrgäste 95 Euro zahlen.

 

In Mattersburg ist seit Juni ein Stadtbus unterwegs. Zwei Buslinien, sind im gegenläufigen Ein-Stundentakt unterwegs und sollen den Individualverkehr verringern. „Für uns ist neben der Erreichbarkeit der Schulen und des Stadtzentrums auch die Anbindung an die Arena und das Fachmarktzentrum wichtig,“ sagt Bürgermeisterin Ingrid Salamon. Die Fahrt kostet einen Euro, ein Tagesticket zwei Euro und es gibt Jahreskarten um 100 Euro. Gefahren wird mit Elektrobussen.

 

Forderung

Die fordern Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller und Gemeinderätin Dagmar Frühwirth-Sulzer von den Grünen auch für Oberwart. Frühwirth-Sulzer will bei der nächsten Gemeinderatssitzung den Antrag einbringen, ein Stadtbussystem für Oberwart zu starten. Laut Bürgermeister Georg Rosner, ÖVP, wird bereits seit einiger Zeit an einem solchen gearbeitet. Dazu hat man sich einen Experten geholt.

Experte

Roman Michalek, Geschäftsführer der Miro-Mobility GmbH in Eisenstadt, hat das Konzept für die Stadtbusse Eisenstadt und Mattersburg ausgearbeitet. Es sei ein langwieriger Planungsprozess, einen Stadtbus zu schaffen und man müsse auf die Gegebenheiten eingehen. „Wir wollen im Herbst mit den konkreten Planungen für Oberwart starten“, sagt Michalek im KURIER-Gespräch. Ziel sei ein Halbstunden-Takt und die Verbindung der Innenstadt mit dem Einkaufszentrum Oberwart (EO), dem Ortsteil St. Martin sowie dem Krankenhaus. „Optimal ist, wenn die Fahrgäste nicht mehr als 100 Meter zur nächstgelegenen Haltestelle haben“, sagt Michalek. Auch die Frequenz der Fahrten muss hoch sein, damit das Angebot genutzt wird, „was aber auch sehr kostenintensiv ist“, erklärt der Experte. Weshalb der Bus in Neusiedl eingestellt wurde. Im Sommer gibt es einen Shuttle Bus zum See für Einheimische und Touristen.

Rosner will den Oberwarter Stadtbus im nächsten Jahr im Budget berücksichtigen. „Wir rechnen mit rund 150.000 Euro für die laufenden Kosten“, meint Rosner.